Das Leben ist keine Insel

von Richard Schütze31.12.2012Gesellschaft & Kultur, Medien

Am Ende eines Jahres blicken wir zurück auf die vergangenen zwölf Monate. Verschiedene Ereignisse 2012 zeigten: Durch unsere Freiheit sind wir zum Handeln und zur Verantwortung gezwungen, die Sorge für uns selbst sollten wir darüber aber nicht vergessen.

Heute zieh’n sie vor dem inn’ren Auge nochmal vorbei: Die Bilder und Eindrücke des zu Ende gehenden Jahres. Der letzte Tag eines Jahres ist immer auch eine Zäsur. Das Gestern fließt einem feierlichen Finale entgegen, aus dem mit farbenfroher Pracht der Morgen einer neuen Zeit aufgeht. Das Jetzt und Hier erscheint uns heute aber nicht wirklich als Gegenwart. Wir schauen im Blick zurück auf unsere eigene Geschichte, eingewoben in die Zeitläufte der Familie, von Freunden und Bekannten, und vernetzt mit dem Geschehen in Politik, Wirtschaft und Kultur – hier und in aller Welt. Darüber wölbt sich das Universum wie ein unendlich weites Himmelszelt. In diesem Weltenraum und auf unserer Erde aber ist keiner eine Insel. Zugleich spüren wir, wie wir die Zeit verlier’n. „Alle Zeit ist Herrlichkeit“ sagt ein bedeutender Heiliger. Unwiederbringlich wertvoll; wie geborgen von und in aller Ewigkeit. Was zählt ist der Augenblick, die Gegenwart. Voll Leben, Leiden, Freiheit und Gestaltungskraft. Erfolge und Misserfolge, Aufstieg und Fall; auch 2012 war keine heile Welt. Für niemand. Doch ist diese Welt – allen astrologischen und esoterischen Szenarien zum Trotz – auch nicht untergegangen. Nicht einmal an der Börse, die zum guten Ende aufgrund staatlich verordneter Niedrigzinsen eine erneute Hausse feiern kann.

Freiheit bedeutet, zu handeln

Ein paar Begegnungen aber sind oder werden – zumindest vorerst – letzte Eindrücke sein; Abschiede aus dieser Zeit. „Nur der Mensch kann vorlaufen bis zu seinem Tod und sich schon jetzt in seine Todesstunde versetzen“, lautet eine der philosophischen Maximen meines Vaters. Wir können unser Leben schon heute retrospektiv betrachten und Bilanz ziehen. Denn der Mensch „hat Welt“, ist weltoffen und „nicht zwanghaft eingebunden in seine Umwelt“, sagen die Alten. Die menschliche Seele beinhaltet in gewisser Weise alles; sie kann alles, was ist oder sein kann, in sich auf- und wahrnehmen: „Anima est quodam modo omnia“, lehrte Thomas von Aquin. Und Friedrich Schiller schrieb in seinem Gedicht „Die Worte des Glaubens“ (1797): „Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd’ er in Ketten geboren.“

Freiheit aber bedeutet auch,

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