Schöne Bescherung

von Richard Schütze24.12.2012Innenpolitik

Der Weihnachtsmann kommt 2012 in Form von gierigen Politikern und reichen Südeuropäern daher. Zum Feiertag sehnt sich unser Kolumnist nach echter Idylle.

Leise rieselt der Schnee. Blütenweiß bedecken seine Flocken Stadt und Land. Ein jeder ist noch schnell unterwegs, sich mit dem Nötigsten einzudecken. Alle Spuren verwischen im Flockentanz. Am liebsten würden Mensch und Tier jetzt unter einer warmen Decke überwintern und lautlos Gras über alles wachsen lassen.

Doch heute kommt der Weihnachtsmann. Wie jedes und alle Jahre wieder. Wenn er doch bliebe. Wenigstens für eine längere Zeit. Oder sogar für immer. Er schenkt Gelegenheit und verheißt eine gute Zeit, schöne Geschenke machen zu können und sich auch selbst reich beschenken zu lassen. Mit großen Kinderaugen zu träumen. Auch von der alten Zeit, in der alles noch geordnet und rundum gut war.

Verregnete Wirklichkeit

Doch noch vor allem Neuanfang zieht ungebeten Regen auf. Der Wind treibt seine Schauer über durchnässtes Land und weht verwirbelnde Gichtwolken durch die Straßen. Tropfenstrudel trommeln an die Fenster und die Eisblumen verschmelzen zu Tau. Überall verwandelt sich der weiße Traum in graubraunen Matsch. Zu Pfützen verschmolzen rinnt er in die Gullis der Kanalisation.

Zurück in nasskalter Zeit offenbart sich hinter Regennebeln eine Wirklichkeit, die für alle Zeit „Friede auf Erden“ suchen lässt, den wir uns selbst aber nicht schenken können. Nordkorea und Iran, Taliban und Pakistan, Afghanistan und Nahost, Rohstoffhunger und Klimawandel. Das ist der „ganz normale Wahnsinn“ (Udo Jürgens). Obendrauf die hausgemachten Krisen unsrer Zeit. Dazu Europa im Zeichen einer sich selbst dezimierenden Bevölkerung.

Auch die Währung in Euroland steht nach wie vor Kopf auf Zahl. In den weichen Nebelschwaden wird weiter auf Sicht gefahr’n. Mit der Hoffnung, dass am Ende sich keine Wand in den Weg stellt und auch kein Abgrund sich auftut. Die Griechen dürfen bleiben im gemeinsamen Währungshaus und sich an der europäischen Solidarität weiter erwärmen. Dafür sollen sie brutal sparen, was das Zeug hält. Zugleich laufen wohlhabende Hellenen und auch betuchte Spanier wie Weihnachtsmänner durch Berlin und andere deutsche Städte,

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