Gewitterwolken über Paris

von Richard Schütze23.04.2012Innenpolitik

Die Franzosen mögen den blassen Hollande nicht verehren – gegen Sarkozy konnte er sich dennoch vorerst durchsetzen. Für die Kanzlerin bedeutet sein Erfolg zukünftigen Ärger.

Erst spät erwacht das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an der Petite Révolution, die gestern mit den Ergebnissen der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen den von nahezu allen Meinungsforschern vorhergesagten Machtwechsel im Élysée-Palast einleiten durfte. Diese Wahl sei für Europa von großer Bedeutung, gibt der Sozialist François Hollande nach seinem Sieg mit rund 28 Prozent der Stimmen beim ersten Wahlgang zu Protokoll. Und damit auch für Deutschland, das in vielfältiger Weise vom Wohl und Wehe seines größten Nachbarn im Westen abhängig ist. Der konservative Amtsinhaber, Präsident Nicolas Sarkozy, hatte in den vergangenen Wochen zwar kräftig aufholen, aber mit nur etwas mehr als 27 Prozent der Stimmen nur den zweiten Platz belegen können. Immerhin hat Sarkozy noch die Chance, bei der entscheidenden Stichwahl zwischen ihm und Herausforderer Hollande am 6. Mai vor allem Wähler der Rechtsradikalen Marine Le Pen vom Front National in sein Lager hinüberzuziehen, die mit rund 18 Prozent der Wählerstimmen einen Überraschungserfolg verbuchen konnte.

Grande Nation im Umbruch

Frankreich wird seine nationalen Interessen in der EU künftig massiver durchzusetzen versuchen. Die hohe Wahlbeteiligung von 80,3 Prozent zeigt, dass es brodelt und die

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Dann mach doch die B...

Frauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei.

Diktatur des Feminis...

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Rette sich, wer kann...

Peter Singer glaubt, im Namen der Ethik die Grenzen des Menschseins neu definieren zu können. Er irrt gewaltig. Wer Grundrechte für Affen fordert und gleichzeitig die Tötung von Neugeborenen verteidigt, ist vor allem eins: verwirrt.

Männer, die auf Bus...

Wer Sexismus noch nie erlebt hat, kann ihn auch nicht verstehen. Weiße Hetero-Kerle haben leicht reden.

Der Jude war’s...

In Berlin wird ein Rabbiner brutal verprügelt, weil er Jude ist. Indes werfen Experten schon die Frage nach dem Warum? auf, die zielsicher zum Juden anstatt zum Antisemiten führt.

Amerika und die deut...

Deutschland kämpft gerne für Toleranz und gegen Hass. Es sei denn, es geht um Amerika. Da macht jeder zweite Deutsche eine Ausnahme und suhlt sich in Amiphobie.

Mobile Sliding Menu