Klöckner muss für Transparenz und Hygiene sorgen

von Renate Künast30.09.2018Innenpolitik, Medien, Wirtschaft

“Zum heute veröffentlichten Foodwatch-Bericht, demnach schwere Hygienemängel in einer Tönnies-Wurstfabrik jahrelang vertuscht wurden, erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:”

“Es ist ein handfester Skandal, den Foodwatch aufgedeckt hat. Wenn sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie er jetzt veröffentlicht wurde, dann haben die bayrischen Behörden jegliches Vertrauen der Verbraucher verspielt. Dies wäre ein dreckiger Weißwurst-Filz, in den die CSU und der große Fleischkonzern Tönnies untrennbar verstrickt sind. Dieser Fall darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Ministerin Klöckner muss dafür sorgen, dass Behörden die Verbraucherinnen und Verbraucher über mögliche Gesundheitsgefahren aufklären. Und zwar nicht erst Wochen oder gar Monate später. Die Verbraucherinnen haben das Recht zu erfahren, welche Betriebe gesundheitsgefährdend arbeiten und wie die Mängel unverzüglich abgestellt werden.

Sie muss den Kuschelkurs mit der Wirtschaft aufgeben und sich endlich den Verbraucherinteressen zuwenden. Ihr Entwurf für das Lebensmittelgesetz schützt nur Ekelbetriebe und nicht die Verbraucherinnen. Verbraucher haben ein Recht auf Transparenz über Hygienekontrollen und zwar nicht erst bei konkreter Gesundheitsgefahr. Dass Maschinen sauber sein müssen und in die Wurst kein Dreck gehört, weiß doch jedes Kind.

Der aktuelle Fall in Bayern zeigt: Wir brauchen eine eindeutige Regelung zur Transparenz von Hygienekontrollen. Die Union mauert seit Jahren gegen eine solche Transparenzregelung. Wir brauchen ein System, das wirklich Transparenz schafft: Kennzeichnung ist das A und O. Dafür bieten sich ein Smiley-System oder das Hygienebarometer an der Restauranttür an. Wenn Klöckner Transparenz verhindert, dann schadet sie damit den Betrieben, die gut sind, und sie schadet den Verbraucherinnen und Verbrauchern.”

Weitere Informationen zum Foodwatch-Bericht finden Sie “hier”:https://www.foodwatch.org/de/presse/pressemitteilungen/behoerde-vertuschte-schwere-hygienemaengel-in-toennies-wurstfabrik-foodwatch-wirft-bayerischer-staatsregierung-massive-versaeumnisse-vor-bundesministerin-julia-kloeckner-muss-transparenz-ueber-lebensmittelkontrollen-schaffen/

Quelle: “DIE GRÜNEN”:https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressestatements/2018/september/kloeckner-muss-fuer-transparenz-und-hygiene-sorgen.html

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Ursula von der Leyen ist eine überzeugte Europäerin

„Der Prozess war schwierig, hat Wunden geschlagen und bedeutet einen Rückschritt gegenüber dem 2014 Erreichten. Das Geschehene muss aufgearbeitet werden, damit die Bürgerinnen und Bürger 2024 unter deutlich besseren Voraussetzungen zur Europawahl gehen können. Heute gilt aber: Die überpartei

Wie ein Präsident Selensky relativ erfolgreich sein könnte

Ein Großteil der intellektuellen Elite, politischen Chatcommunity, weltweiten Diaspora und ausländischen Freunde der Ukraine ist entsetzt über den Ausgang der ukrainischen Präsidentschaftswahlen. Der Schauspieler, Komiker und Geschäftsmann Wolodymyr Selensky wird, nachdem er im ersten Wahlgang

August von Hayek: „Der Weg zur Knechtschaft“

Von 1940 – 1943, als der Kampf gegen das Deutschland der Nationalsozialisten noch nicht entschieden war, schrieb August von Hayek im englischen Exil, in das er vor den Nationalsozialisten geflüchtet war, „Der Weg zur Knechtschaft“. Es erschien 1944 in England, dem Land, das Europa innerhalb v

Die Migrations-Politik der EU ist gescheitert

Vortrag von Herr Köppel bei der EKR (Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer) im Europaparlament in Brüssel am 17.06.2019, als Beitrag zur Diskussionsrunde „Die EU nach den Wahlen - weniger Europa“. Herr Köppel erläutert, warum die Schweiz mit der EU bestens zusammenarbeiten wi

Teilen und Herrschen: Frankreich will immer im EU-Poker mitsspielen

Um die Schwierigkeiten zu verstehen, die die Besetzung der sogenannten Topjobs (Kommissions-, EZB- und Parlamentspräsident, sowie den Hohen Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik) in der EU mit sich bringen, lohnt es sich die Mitglieder der EU einzeln nach Gewichtung, Interessen und m

Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt

Die Bibliothek des Konservatismus Berlin ist eines der kleinen gallischen Dörfer in der rot-dunkelrot-grünen Hauptstadt des besten Deutschlands, das wir je hatten, von denen Widerstand gegen den Zerfall unseres Landes ausgeht. Am 3. Juli war in der Bibliothek jeder der über dreihundert unbequeme

Mobile Sliding Menu