In was kann ich eigentlich noch investieren?

von Reinhard Schlieker4.09.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Nachdem am Wochenende die letzten Bundesschatzbriefe fällig werden, und keine Nachfolger in Sicht sind, fragt sich der Anleger ganz natürlich nach sicheren Alternativen.

Die dreißigjährige Bundesanleihe ist mit einem negativen Zins versehen – das heißt, der Invesor bringt noch Geld mit für das Privileg, Schulden des deutschen Staates finanzieren zu dürfen. Ein Treppenwitz der Geschichte, sollte man meinen.

So manchen wird es dann doch noch an die Börse treiben, nolens volens in unsicherer Papiere investierend. Das heißt, unsicher nur dann, wenn man kurzatmig ist: Die nervösen Hände, nach Altmeister Kostolany zu bewerten, verlieren am meisten. Wer Zeit hat, profitiert. Und wer hat am meisten Zeit? Natürlich Familienunternehmen, die oftmals in dritter oder vierter Generation geführt werden. Und teils börsennotiert sind, damit das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend: Von der Kapitalausstattung zwischen Banken und Aktienmarkt pendelnd, gibt es weniger Abhängigkeiten.

Fakt ist: Die von Gründerfamilien geführten Unternehmen weisen einen deutlicheren Aktienerfolg aus als die anonymen Konzerne mit angestelltem Management. Der Clou dabei: Es geht nicht nur um die Eigentümerschaft. Ein Familienunternehmen muss auch von der Gründerfamilie geführt werden. Bloßer Besitz zählt nicht. Natürlich gibt es auch jede Menge Mittelständler, die an der Börse notiert sind – diese sollte man aber nicht mit Familienunternehmen verwechseln. In den Indizes der Deutschen Börse GEX, Mdax oder Sdax sind zahlreiche dieser Firmen notiert – manche auch schon seit vielen Jahren.

Die Rendite, so haben es unabhängige Forschungsinstitute ermittelt, liegt sowohl vom Kurd her als auch von der Dvidende gerechent über derjenigen der anonymen Massengesellschften. Was also hält die Anleger noch ab? Es ist wohl die Furcht vor der Einzelaktie – natürlich immer ein Risiko. Und Fonds mit Familienunternehmen sind rar gesät. Die Statistik aber spricht eine andere Sprache.

Und: Mit einem Investment in familiengeführte Firmen fährt der Investor auf längere Sicht immer besser. Jetzt bliebe nur noch die Auswahl – denn auch Familienunternehmen sind schon spektakulär gegen die Wand gelaufen. Da bleibt nur das Prinzip Hoffnung, und eine gründliche Recherche. Oder eben ein Fonds, zur Streuung. Da bei Familienunzernehmen das Interesse der Inhaber mit dem der Anleger gleichgerichtet ist, dient gewiss zur Beruhigung. Das ist doch schon einmal etwas.

 

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