Was erlauben Diesel?

von Reinhard Schlieker30.09.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Wirtschaft

Es ist zu vermuten, dass wir demnächst mit der frohen Botschaft versehen werden, dass man mit Steuergeld an der Fahrverbotsmisere arbeiten will, die man mit viel Steuergeld erst herbeigeführt hat. Das ist unnötig, ärgerlich und richtiggehend gefährlich. Die Organisationen, die die Misere erst groß machen, haben etwas gemein mit den treibenden Kräften bei den einstigen Hexenverbrennungen.

Die unsinnigen und unbegründeten Schadstoffgrenzen, die übrigens in Deutschland als einzigem EU-Land unerbittlich verfolgt werden, sind durch Lobbyarbeit bestimmter Gruppierungen, sogenannter NGOs, überhaupt erst durchgesetzt worden in Brüssel. Das die NGOs sich aufführen, als hätten sie entweder ein Mandat – von der „Zivilgesellschaft“ oder gleich von Mutter Natur höchstselbst – ist nur ein zusätzliches Ärgernis für Anhänger der demokratischen Legitimation. Die „Deutsche Umwelthilfe“ ist zudem ein dubioser Abmahnverein, so seriös wie die Zunft der Anwälte, die ihr Geld mit derlei Geldschneiderei verdienen.

Derartige Gruppieren sind darauf aus, das private Automobil generell in den Orkus zu schicken. Das sei hier festgehalten. Milliarden kostet das Gebaren solcher Gruppierungen – Zerstörung von Volksvermögen hin oder her, und das Wohlergehen der Autohersteller, ob an der Börse oder in Hinblick auf 600.000 Arbeitsplätze: alles nur Kollateralschäden. Ergebnisorientiert zu arbeiten scheint hingegen als unanständig zu gelten. Die vermeintlich drohende Klimakatastrophe etwa soll mithilfe sogenannter erneuerbarer Energien abgewendet werden, was ein wenig an Gesundbeten erinnert, oder doch mehr an das im Mittelalter so beliebte Zur-Ader-Lassen.

Während jedes neue Windkraftwerk, zumeist ein Industriebau auf Waldfläche, frenetisch begrüßt wird, muss Deutschland, wo es manchmal dunkel ist und Flaute herrscht, als einziges europäischen Land neben Malta (!) CO2-Zertifikate zukaufen, denn das Verfeuern von Kohle und Braunkohle ist gar nicht zu vermeiden, will man die Stromversorgung sichern. Kernkraftwerke werden abgebaut und moderne Gaskraftwerke rentieren sich in dieser unserer Planwirtschaft nicht. Unzählige Milliarden der Bürger werden nach und nach in diese Energiewende gesteckt, die weder angezeigt noch notwendig ist – schließlich besteht die Ansicht, man müsse CO2 „einsparen“ auf der unbewiesenen Annahme, dieser eine Stoff sei verantwortlich für das Ansteigen der Temperaturen weltweit.

Weltweite Mißstände aus Deutschland heraus zu bekämpfen – man kann dieses Ansinnen unkommentiert stehen lassen. Allerdings sinniert der Beobachter manchmal, historisch ein wenig bewandert, ob nicht dereinst, wenn die hoch komplexen Vorgänge in der Atmosphäre einmal verstanden sein werden, ob nicht die Wissenschaftler jener fernen Zukunft unsere Epoche als von finsterem Aberglauben beherrscht ansehen werden. Etwa so, wie unsereiner verständnisvoll, aber doch ein wenig schaudernd auf die Versuche blickt, die Erde als Mittelpunkt des Universums zu begründen, sie als Scheibe anzusehen und ansonsten Hexen zu verbrennen, man kann ja nie wissen.

In jener fernen Zukunft dürfte die Menschheit ihre Mittel nutzen, sich mit den herrschenden klimatischen Verhältnissen zu arrangieren statt Wetter machen zu wollen (Klima ist langfristiges Wetter, das wird allzuoft vergessen). Gar so viel muss sie da gar nicht zu Hilfe nehmen, was wir nicht auch hätten, und was im übrigen die Menschen im sehr warmen 15./16. Jahrhundert ebenso hatten wie ihre Vorfahren, die mit Fellen und Feuer immerhin eine Eiszeit überlebten: Ein Quantum Verstand. Nutzen muss man ihn halt.

Vermögen zu vernichten scheint doch ein wenig krude als Rezept zu Bekämpfung der bösen Klimageister. Und es vermochte auch noch niemand zu erklären, warum eine Erwärmung unbedingt etwas Katastrophales sein muss (im Mittelalter war sie hoch willkommen und förderte Kultur und Landwirtschaft gleichermaßen). Und CO2 in der Atmosphäre ist höchst notwendig. Als es vor Urzeiten davon mal besonders viel gab, blühten die Wüsten auf. Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt kann sich jeder ausmalen, der am Himalaya mal die Tiere und Pflanzen zählt und anschließend im Amazonasbecken. Mehr wäre dazu nicht zu sagen, wenn es nicht so furchtbar teuer würde. Für die deutsche Wirtschaft, die eines Industrielandes, ist es leider wenig tröstlich, dass zumindest der Rest der Welt den hiesigen Blödsinn nur milde belächelt – und ansonsten versucht, den Wohlstand seiner Bevölkerung zu mehren.

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