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Das Klimaschicksal des Planeten

Das Klimaschicksal des ganzen Planeten wird hier und nur hier in Deutschland entschieden, natürlich! Das haben DUH und Grüne entscheiden. Basta! Was ist da schon ein Autohersteller? Bei VW sollte man sich daher nicht allzusehr freuen, dass die margenstarken SUV-Modelle bald jedes vierte verkaufte Auto ausmachen. Denn ohne Diesel-Variante läuft auch hier in Zukunft nichts, meint Reinhard Schlieker.

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VW erlebt einige Schleuderpartien in diesem ereignisreichen Jahr – wobei schon die Vorjahre für den Wolfsburger Konzern, höflich gesagt, nicht langweilig waren.

Manche Themen trägt man schon so lange mit sich herum, dass sie kaum mehr erwähnenswert scheinen – wäre da nicht der Eindruck, dass so vieles noch offen ist etwa in Sachen Dieselaffäre. Die schiebt sich auch wieder in den Vordergrund, als die Marke Volkswagen nun über die Halbjahresergebnisse berichtet: Immerhin 2,1 Milliarden Euro blieben als Gewinn hängen vom Rekordumsatz, eine auskömmliche Marge und Rendite von nahe bei fünf Prozent. Aber – und das Aber wird immer wieder zu hören sein – 1,6 Milliarden verschwinden gleich einmal bei den zur Seite gelegten Unsummen, die für die Folgen jener Manipulationen an der Software der Abgaseinrichtung bei VW-Dieselmodellen berappt werden müssen.

Damit steigt dieser Betrag auf mehr als 27 Milliarden, nach heutigen Zahlen müsste VW dafür über fünf Jahre arbeiten, ohne etwas zu verdienen. VW-Chef Herbert Diess hat die Losung ausgegeben, mehr Offenheit zu wagen. Damit soll der Imageverlust gedreht werden und auch der letzte noch begreifen, dass man es mit einem geläuterten Unternehmen zu tun hat. Mit dem eher holprigen Slogan für Leute, die Grammatik für eine Plattenfirma halten und denglisch als erste Fremdsprache mögen, „Multicultural statt Mittellandkanal“, will man den Aufbruch in die weite Welt beschreiben und bleibt doch gerade so erst dem trüben Gewässer am Hauptsitz schwer verbunden.

Aber das sind Petitessen. Was die „Dieselthematik“ (VW-Sprech) nicht sterben lässt, ist das schofelige Verhalten des Konzerns mit seiner hoffentlich ehemaligen Abteilung Lug & Trug gegenüber seinen deutschen und europäischen Kunden. Während man in den USA immer wieder gezeigt bekommt, wo der Hammer hängt und Konzernmanager gern auch mal für Jahre in bundesstaatlichen Correctional Facilities verschwinden, vulgo Staatsgefängnissen, gibt es in Europa nur schwache Palaver. Hier hängen sie keinen, sie hätten ihn denn zuvor. Und das kann dauern.

Sogar in den USA geht es wieder bergauf

Entschädigungen, Rücknahmen von Fahrzeugen, Unterstützung für die treuen Kunden, die ihren Diesel behalten und trotzdem gesetzeskonform fahren möchten – hierzulande Fehlanzeige. Falls dafür wirklich einmal weitere Milliarden fällig werden sollten, geschieht dies bestenfalls nach Ausschöpfen des Rechtsweges, den VW sicherlich bei widrigen Richtersprüchen bis ganz nach oben durchschreiten dürfte. Bestätigt fühlen könnte man sich dadurch, dass die Nachfrage nach den konzerneigenen Produkten keineswegs einbricht, sogar in den USA geht es deutlich bergauf.

Die Bedeutung des Diesel dürfte abnehmen dabei, aber eher noch wegen der staatlichen Anti-Diesel-Propaganda unter handfester Verbandelung mit sogenannten Nichtregierungsorganisationen, die noch jeden Minister vor sich hertreiben würden, wenn man es wagen sollte, ihre ideologisch begründete Vendetta gegen die private Mobilität bremsen zu wollen.

Schließlich wird das Klimaschicksal des ganzen Planeten hier und nur hier in Deutschland entschieden, was ist da schon ein Autohersteller? Deshalb sollte sich VW auch nicht allzu sehr freuen, dass die margenstarken SUV-Modelle des Konzerns bald jedes vierte verkaufte Auto ausmachen: Ohne Dieselvariante bliebe der Markterfolg mit Sicherheit aus. Und die Benzinmodelle haben angesichts der politisch-ideologischen Großwetterlage allenfalls noch eine Schonfrist. Auch aus diesem Blickwinkel heraus wäre es nicht unklug, sich zumindest die eigenen Kunden nicht zu Feinden zu machen. Aber auf dem Ohr ist man taub in Wolfsburg, ob multicultural oder dem Mittellandkanal verhaftet wie sonst nur Konzernmanager nach dem Besuch der Staatsanwaltschaft.

Lesen Sie auch die letzte Kolumne von Reinhard Schlieker: Bayer und der Flopzukauf

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