Keiner soll der „Willkommenskultur 2.0“ im Weg stehen

Ramin Peymani12.10.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Nehmen wir einmal an, jemand stiehlt einen SUV und fährt damit in eine Gruppe jugendlicher „Fridays for Future“-Demonstranten. Er ist Anhänger einer Ideologie, in deren Mittelpunkt die Leugnung des Klimawandels steht. Andersdenkende sieht er als minderwertig an. Wie durch ein Wunder werden nur etwas mehr als ein Dutzend Schüler verletzt, die meisten davon leicht.

Am darauffolgenden Tag stellt sich heraus, dass der Mittfünfziger ohne Migrationshintergrund als Einzeltäter ohne Verbindungen in die rechtsextremistische Szene gehandelt hat. Die Behörden können außerdem vermelden, dass statt der zunächst befürchteten 17 nur neun Verletzte zu beklagen sind. Zwar war der Täter polizeibekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung und einiger Drogendelikte, doch werde er nicht als Gefährder eingestuft. Was glauben Sie, liebe Leser, wie die Berichterstattung ausfiele? Sie vermuten wohl richtig: Es gäbe öffentlich-rechtliche Sondersendungen, rund um die Uhr beleuchteten Investigativjournalisten das persönliche Umfeld des Täters, eindringliche Warnungen vor der „rechten Gefahr“ prägten tagelang die Titelseiten der Zeitungen und wären Thema in sämtlichen Polittalks. Es würde wohl gar die Frage gestellt, ob man Personen mit „rechter Gesinnung“ nicht prophylaktisch den Führerschein entziehen sollte. Ganz Eifrige würden die Tat dazu ausschlachten, auf die Gefährlichkeit der großmotorigen Rammböcke hinzuweisen, die wegen der Klimaapokalypse doch ohnehin verboten gehörten. Von Terror wäre allenthalben die Rede, und rasch machte der Begriff des „SUV-Terroristen“ die Runde. Von Berlin bis Freiburg bildeten sich Lichterketten.

Ob sich der Täter von Limburg auf Allah berief oder nur Hass auf das Land Ungläubiger empfand, das ihn abschieben will, spielt keine Rolle

Nun war der Lkw-Anschlag von Limburg keine rechtsextreme Tat. Es handelte sich nach den bislang vorliegenden Informationen um einen 32-jährigen Syrer, dem nach seiner Ankunft in Deutschland seit 2016 „subsidiärer Schutz“ gewährt wurde, der nun aber vor seiner Abschiebung steht. Der Mann soll wiederholt durch Drogendelikte, Gewaltbereitschaft und sexuelle Belästigung aufgefallen sein, wie die BILD-Zeitung weiß. Der gewöhnlich gut informierten Redaktion zufolge hatte er am Tattag mehrfach versucht, Lastwagen zu kapern, bis es ihm zum Feierabendverkehr gelang. Er hat wohl als Einzeltäter gehandelt und verfügt über keine Verbindungen zu islamistischen Netzwerken. Ob er sich auf Allah berief, wie Zeugen aussagten, oder nur Hass auf das Land Ungläubiger empfand, das ihn abschieben will, spielt allerdings keine Rolle. Zum Glück kam niemand zu Tode, und die Zahl der Verletzten stellte sich schließlich etwas kleiner dar als zunächst befürchtet. Wie Sie sehen, unterscheidet nichts diesen Fall von dem zuvor konstruierten fiktiven Angriff. Und doch erleben wir, dass der mediale Umgang mit der Tat ein diametral entgegengesetzter ist. Einen Tag nach dem Anschlag ist von Terror schon nicht mehr die Rede. Es habe sich ja um einen Einzeltäter ohne IS-Hintergrund gehandelt. Doch warum soll die Tat eines Einzelnen kein Terrorakt sein? Er habe wohl persönliche Motive gehabt, spekulieren die Journalisten, die sich noch am Tatabend dagegen verwahrten, über die Hintergründe zu spekulieren. Am Tag danach geht es ums Relativieren. Schnell soll das T-Wort von der Tagesordnung. Erleichtert jubelt auch die FAZ über „deutlich weniger Verletzte als angenommen“, gerade so, als wolle sie sagen: Alles halb so wild.

Gerade angesichts der erwarteten neuen Zuwanderungswelle soll nichts und niemand der „Willkommenskultur 2.0“ im Weg stehen

Als Bürger dieses Landes traut man seinen Augen und Ohren nicht. Es ist ein eingeübtes Ritual, das stets damit zu enden scheint, dass dem Täter eine psychische Störung attestiert wird. Wohlgemerkt nur dem, dem man auch religiöse Motive unterstellen könnte. Wer politisch rechts motivierte Taten begeht, ist für die Hüter der öffentlichen Meinung voll zurechnungsfähig. Er kann keinerlei mildernde Umstände geltend machen. Das ist auch richtig so, doch was unterscheidet den Rechtsextremen vom Islamisten? In ihrer Berichterstattung berufen sich Medienvertreter auf ihre Pflicht zur journalistischen Sorgfalt. Doch dieselben Journalisten pfeifen auf ihre Sorgfaltspflicht, wenn sie linksextremistische Randale als Zeichen der Vielfalt feiern, grünlackierte Umstürzler als „Klimaretter“ hofieren oder nach jedem Bagatellvergehen sogenannter Rechter über dahinter stehende Netzwerke spekulieren. Nur bei einer Gruppe tragen sie ihre angebliche Ethik wie eine Monstranz vor sich her. Gerade angesichts der erwarteten neuen Zuwanderungswelle soll nichts und niemand der „Willkommenskultur 2.0“ im Weg stehen. Auf diese Weise schafft sich die „4. Gewalt“ jedoch selbst ab. Wer seinen Kunden vermittelt, dass er sie für geistig minderbemittelt hält und ihnen nicht zutraut, Fakten differenziert zu betrachten, muss sich nicht wundern, wenn ihm die Abonnenten wegbleiben. Das Messen mit zweierlei Maß und die Fokussierung auf die links-grüne Filterblase werden Auflage und Quote nicht retten. Journalisten sollten endlich den Mut finden, die Dinge beim Namen zu nennen – schon aus purem Eigeninteresse. Willkommensbereitschaft lebt von Vertrauen. Mit seriöser Berichterstattung fängt es an.

Quelle: Liberale Warte

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Der Rundfunkbeitrag ist einfach nicht mehr zeitgemäß

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU fordert die Landesregierungen auf, die Stimmung in der Bevölkerung ernst zu nehmen und umgehend Kostenschnitte für die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten zu beschließen.

Deutschland ist über Nacht zu einer offenen Gesinnungsdiktatur geworden

Man wird in der Geschichte wohl kein Beispiel finden, welches veranschaulicht, wie in einer Demokratie von Politik und Medien so offen ein urdemokratischer Prozess dämonisiert und ein gewählter Ministerpräsident einer solchen Hasskampagne von Politikern und Medien ausgesetzt wurde, dass er und se

Wir dürfen uns von der AfD nicht die Demokratie zerstören lassen

Es gibt sie noch, die besonnenen Köpfe in der Politik. Wohltuend unaufgeregt das Interview mit Thüringens früherem Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU), Solche besonnenen Stimmen, die die Dinge vom Ende her durchdenken und nicht nur flotte Parolen oder moralische Dauerempörung im Programm h

Mit der verbrecherischen US-Oligarchie gibt es keinen Frieden und keinen „Klimaschutz“

Mit der verbrecherischen US-Oligarchie gibt es keinen Frieden und keinen „Klimaschutz“. Wenn die Grünen wirklich Frieden und Klimaschutz wollen, dann müssen sie der skrupellosen US-Oligarchie, die die halbe Welt terrorisiert, die kalte Schulter zeigen. Europa muss sich aus der Bevormundung der

Rechtsterror: Sofortmaßnahmen für eine sichere Gesellschaft

Jeder Mensch – egal, woher sie kommt, egal, wie er aussieht – muss in unserem Land sicher leben können, so Katrin Göring-Eckardt im Statement.

Sich mit der AfD wählen zu lassen, ist ein inakzeptabler Dammbruch

Es ist ein inakzeptabler Dammbruch, sich mit dem Stimmen der AfD und Herrn Höckes wählen lassen, so Ministerpräsident Bayerns Markus Söder.

Mobile Sliding Menu