Habeck prophezeit VW das Scheitern

von Rainer Zitelmann12.05.2019Innenpolitik

Grünen-Chef Robert Habeck prophezeit VW, das Unternehmen werde scheitern. Vielleicht hat er sogar Recht. Aber die Verantwortung dafür tragen die Grünen in allen Parteien.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat die Strategie von Volkswagen kritisiert, zunächst Autos der Premiumklasse mit E-Antrieb auszurüsten. Die Zahl der Kunden, die sich ein Auto um 100.000 Euro leisten könnten, sei begrenzt, sagte Habeck der „Welt“ in einem Doppelinterview mit VW-Chef Diess. „Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern.“ Dann müsse sich VW konzentrieren auf Porsches und SUVs und sei nicht mehr Volkswagen. „Dann bieten Sie nur noch Premiumwagen an und müssten sich in PW umbenennen“”, sagte Habeck.

Verkannte grüne Genies der Unternehmensberatung

Typisch grüne Besserwisserei, wie wir sie seit Jahren kennen? Wirtschaftsferne Politiker, die nie in ihrem Leben in der Wirtschaft tätig waren, geschweige denn unternehmerische Verantwortung getragen haben, aber alles besser wissen. Die gleichen Leute, die in der Schule meist mit Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern auf dem Kriegsfuß standen, fühlen sich nun als die besseren Ingenieure und verkannten Genies der Unternehmensberatung. Schon der gelernte Erzieher und Sozialpädagoge Cem Özdemir hatte den „Autobossen“ täglich erklärt, dass sie keine Ahnung hätten, eine falsche Strategie, falsche Produkte usw. Jetzt kommt der gelernte Philologe, Germanist und Philosoph Habeck und erklärt dem VW-Chef die Autowelt.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic hielt Habeck Unwissenheit vor. Wenn er sich auch mit Technikern ausgetauscht hätte, statt nur aus dem grünen Elfenbeinturm zu kommentieren, würde er merken, dass er Unmögliches fordere. „Es gibt auf absehbare Zeit weltweit keinen Hersteller, der vor allem im Einstiegssegment preisgünstig E-Autos herstellen kann.“ Elektro-Mobilität sei eben teuer und lasse sich preislich erst einmal nur im Premium-Segment durchsetzen.

Grünstichige Brüsseler Automobil-Planwirtschaft

Habeck könnte am Ende sogar mit seiner Prophezeiung für VW Recht behalten – nur verwechselt er Ursache und Wirkung: Die grüne Ideologie hat sich inzwischen überall durchgesetzt. In einem ersten Schritt wurde die deutsche Energiewirtschaft in eine Planwirtschaft verwandelt und damit Milliardenwerte vernichtet. Im zweiten Schritt soll nun genau dies mit der Automobilindustrie wiederholt werden. Die Planwirtschaft nennt sich heute „EU-Flottenziele“. Elektroautos können nun mal nicht so günstig hergestellt werden wie Verbrennungsmotoren. Also ist es nur logisch, dass VW erst einmal auf größere und teurere Wagen setzen muss. Das ist durch die grünstichige Brüsseler Planwirtschaft in der Konsequenz genau so vorgegeben.

Der deutschen Automobilwirtschaft wird durch diese planwirtschaftlichen Vorgaben sowie durch die ständige grüne Stimmungsmache schwerster Schaden zugefügt. Es ist vielleicht das erste Mal in der Geschichte, dass ein Land seine Schlüsselindustrie selbst zerstört.

Methode: „Haltet den Dieb!“

Das Perfide ist: Erst wird die Automobilwirtschaft massiv beschädigt, und wenn der Schaden dann eingetreten ist, werden die Grünen an der Seite stehen, mit dem Finger auf die dummen, kapitalistischen Autobosse zeigen und erklären: „Wir haben es gleich gesagt, dass ihr unfähig seit, hättet ihr nur früher auf uns gehört.“ Dafür baut Habeck jetzt bereits vor. Sozialisten wie Kevin Kühnert werden sich ebenfalls bestätigt finden und uns erklären, mit „kollektivierten“ und „demokratisch kontrollierten“ Unternehmen wäre das alles nicht passiert. Der Dieb ruft: „Haltet den Dieb“.

Die Wahrheit: Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wenn man etwas an den Autobossen wie Diess kritisieren will, dann genau das: Dass sie sich feige-opportunistisch an den grünen Zeitgeist anpassen. Das hat die deutsche Automobilindustrie mit der deutschen Energieindustrie gemeinsam, die sich auch nicht gewehrt hat und damit Opfer der grünsozialistischen Planwirtschaftsphantasien geworden ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Fünf Gründe, die für die E-Mobilität sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet Durchbrüche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-Mobilität.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu