Rainer Zitelmann14.05.2019

Grünen-Chef Robert Habeck prophezeit VW, das Unternehmen werde scheitern. Vielleicht hat er sogar Recht. Aber die Verantwortung dafür tragen die Grünen in allen Parteien.

Habeck prophezeit VW das Scheitern

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat die Strategie von Volkswagen kritisiert, zunächst Autos der Premiumklasse mit E-Antrieb auszurüsten. Die Zahl der Kunden, die sich ein Auto um 100.000 Euro leisten könnten, sei begrenzt, sagte Habeck der „Welt“ in einem Doppelinterview mit VW-Chef Diess. „Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern.“ Dann müsse sich VW konzentrieren auf Porsches und SUVs und sei nicht mehr Volkswagen. „Dann bieten Sie nur noch Premiumwagen an und müssten sich in PW umbenennen“”, sagte Habeck.

Verkannte grüne Genies der Unternehmensberatung

Typisch grüne Besserwisserei, wie wir sie seit Jahren kennen? Wirtschaftsferne Politiker, die nie in ihrem Leben in der Wirtschaft tätig waren, geschweige denn unternehmerische Verantwortung getragen haben, aber alles besser wissen. Die gleichen Leute, die in der Schule meist mit Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern auf dem Kriegsfuß standen, fühlen sich nun als die besseren Ingenieure und verkannten Genies der Unternehmensberatung. Schon der gelernte Erzieher und Sozialpädagoge Cem Özdemir hatte den „Autobossen“ täglich erklärt, dass sie keine Ahnung hätten, eine falsche Strategie, falsche Produkte usw. Jetzt kommt der gelernte Philologe, Germanist und Philosoph Habeck und erklärt dem VW-Chef die Autowelt.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic hielt Habeck Unwissenheit vor. Wenn er sich auch mit Technikern ausgetauscht hätte, statt nur aus dem grünen Elfenbeinturm zu kommentieren, würde er merken, dass er Unmögliches fordere. „Es gibt auf absehbare Zeit weltweit keinen Hersteller, der vor allem im Einstiegssegment preisgünstig E-Autos herstellen kann.“ Elektro-Mobilität sei eben teuer und lasse sich preislich erst einmal nur im Premium-Segment durchsetzen.

Grünstichige Brüsseler Automobil-Planwirtschaft

Habeck könnte am Ende sogar mit seiner Prophezeiung für VW Recht behalten – nur verwechselt er Ursache und Wirkung: Die grüne Ideologie hat sich inzwischen überall durchgesetzt. In einem ersten Schritt wurde die deutsche Energiewirtschaft in eine Planwirtschaft verwandelt und damit Milliardenwerte vernichtet. Im zweiten Schritt soll nun genau dies mit der Automobilindustrie wiederholt werden. Die Planwirtschaft nennt sich heute „EU-Flottenziele“. Elektroautos können nun mal nicht so günstig hergestellt werden wie Verbrennungsmotoren. Also ist es nur logisch, dass VW erst einmal auf größere und teurere Wagen setzen muss. Das ist durch die grünstichige Brüsseler Planwirtschaft in der Konsequenz genau so vorgegeben.

Der deutschen Automobilwirtschaft wird durch diese planwirtschaftlichen Vorgaben sowie durch die ständige grüne Stimmungsmache schwerster Schaden zugefügt. Es ist vielleicht das erste Mal in der Geschichte, dass ein Land seine Schlüsselindustrie selbst zerstört.

Methode: „Haltet den Dieb!“

Das Perfide ist: Erst wird die Automobilwirtschaft massiv beschädigt, und wenn der Schaden dann eingetreten ist, werden die Grünen an der Seite stehen, mit dem Finger auf die dummen, kapitalistischen Autobosse zeigen und erklären: „Wir haben es gleich gesagt, dass ihr unfähig seit, hättet ihr nur früher auf uns gehört.“ Dafür baut Habeck jetzt bereits vor. Sozialisten wie Kevin Kühnert werden sich ebenfalls bestätigt finden und uns erklären, mit „kollektivierten“ und „demokratisch kontrollierten“ Unternehmen wäre das alles nicht passiert. Der Dieb ruft: „Haltet den Dieb“.

Die Wahrheit: Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wenn man etwas an den Autobossen wie Diess kritisieren will, dann genau das: Dass sie sich feige-opportunistisch an den grünen Zeitgeist anpassen. Das hat die deutsche Automobilindustrie mit der deutschen Energieindustrie gemeinsam, die sich auch nicht gewehrt hat und damit Opfer der grünsozialistischen Planwirtschaftsphantasien geworden ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Es gibt weder „Klimaflüchtlinge“ noch ein Recht auf Immigration

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU widerspricht der Forderung der Grünen und des UN-Menschenrechtsausschusses, dass Staaten Asylbewerber aufgrund klimatischer Bedingungen in deren Heimatländern aufnehmen sollten.

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Mobile Sliding Menu