Der große Irrtum über Chinas Erfolg

von Rainer Zitelmann17.04.2019Außenpolitik, Innenpolitik, Wirtschaft

Oft wird das chinesische Wirtschaftsmodell als ein ganz besonderer Weg missverstanden, bei dem der große Einfluss des Staates charakteristisch sei. Demnach habe sich in China ein „dritter Weg“ zwischen sozialistischer Planwirtschaft und kapitalistischer Marktwirtschaft als erfolgreich erwiesen. Warum das ein Irrtum ist, erklärte mir der Ökonom Zhang Weiying in einem Gespräch in Peking.

In China ist die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, von 1981 bis heute von 88 Prozent auf ein Prozent gesunken. Niemals in der Menschheitsgeschichte sind in so kurzer Zeit so viele Hunderte Millionen Menschen der Armut entkommen wie in China. Übrigens nimmt gleichzeitig die Zahl der Superreichen stärker zu als in allen anderen Ländern auf der Welt. Jede Woche kamen in den vergangenen Jahren etwa zwei Milliardäre in China neu hinzu. Das ist ein Beleg dafür, wie abwegig der „Nullsummenglaube“ ist, dem Kapitalismuskritiker anhängen: Danach werden Reiche stets auf Kosten der Armen reich. Die Entwicklung in China widerlegt dies eindrücklich.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier wollte uns jüngst die Notwendigkeit einer planwirtschaftlichen „Industriepolitik“ mit dem Hinweis schmackhaft machen, anders könnten Deutschland und Europa im Wettbewerb mit dem chinesischen Modell nicht mithalten. Denn die „Nationale Industriestrategie 2030“, die Altmaier vorgelegt hat, begründete er damit, dass ein Tätigwerden des Staates

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