Warum linke Politiker die Menschen nicht verstehen

von Rainer Zitelmann3.09.2018Innenpolitik, Medien

Politiker von SPD und der Linken verstehen die Sorgen der Menschen vor den Folgen der Zuwanderung nicht: Sie reduzieren alles auf Neid und ökonomisches Konkurrenzdenken.

Wenn man den Argumenten von Politikern der SPD oder der Linken genauer zuhört, fällt auf, dass sie die Sorgen der Menschen vor der Zuwanderung vor allem deshalb nicht verstehen, weil ihnen ihr ökonomistisches Weltbild im Wege steht. Immer wieder betonen linke Politiker, dass die „besorgten Menschen“ Zuwanderer vor allem als Konkurrenten um Arbeitsplätze, Wohnungen und generell um ökonomische Ressourcen wahrnehmen würden. Die Folgerung aus dieser Fehldiagnose: Würde man den Menschen mehr und günstigere Wohnungen geben, den Mindestlohn erhöhen usw., dann würden sie die Zuwanderung akzeptieren und ihre Bedenken gegen die „Flüchtlingspolitik“ würden sich in Luft auflösen.

Daher erschöpft sich ihre „Lösung“ für die Probleme in drei Worten: Noch mehr Sozialpolitik. Dass die Menschen sich auch aus anderen Gründen sorgen könnten, kommt ihnen nicht in den Sinn: Kriminalität? Alles nur eingebildet, so meinen sie. Kulturelle Faktoren? Davon wird gar nicht gesprochen. Schulklassen, in denen die Mehrheit der Schüler kein Deutsch spricht – wird ausgeblendet.
Nein, linke Politiker reduzieren alles auf ökonomisches Konkurrenzdenken oder auf Neidgefühle von sozial Schwachen auf Zuwanderer. Daher glauben sie, dass der Staat nur massiv in der Sozialpolitik aufstocken müsste – und damit die vermeintlich „wahren Ursachen“ der Sorgen beseitigt wären. Das ist jedoch aus doppeltem Grund ein Irrglaube:

1. Der Befund ist eben falsch, dass alle anderen Probleme nur eingebildet seien und ökonomische Motive die einzige Erklärung dafür sind, wenn Menschen die Politik der grenzenlosen Willkommenskultur ablehnen. Würden linke Politiker Kriminalitätsstatistiken unvoreingenommen lesen, statt ihre ganze Energie darauf zu verschwenden, sie umzudeuten und zu manipulieren, dann würden sie sehen, dass die Sorgen vieler Menschen vor einer erhöhten Kriminalität bei bestimmten Delikten eben nicht eingebildet sind, sondern eine reale Grundlage haben.

2. Selbst bei jenen sozial Schwachen, bei denen Neid auf das, was „Flüchtlinge“ bekommen, eine Rolle spielt (und die gibt es sicherlich auch), würde mehr Sozialpolitik nichts bewirken. Denn Neid zielt, das wissen wir aus der psychologischen Neidforschung, nicht primär darauf, dass es einem selbst besser geht, sondern auf die Schlechterstellung der Beneideten. Das müssten eigentlich linke Politiker besonders gut verstehen, denn die Mobilisierung und politische Instrumentalisierung von Neid ist ja ansonsten ihr tägliches Geschäft (wichtiger noch als Forderungen nach mehr Mindestlohn usw. sind ihnen stets Forderungen, die auf die Schlechterstellung von „Reichen“ und Besserverdienenden zielen, so etwa durch höhere Steuern). Neid verschwindet nicht, wenn man dem Neider das gibt, was er dem Beneideten nicht gönnt, sondern nur dann, wenn dem Beneideten etwas genommen wird.

Linke Politiker sind Opfer ihrer eigenen Ideologie geworden, die zu einer grob verzerrten Wahrnehmung der Wirklichkeit führt, so dass sie die Menschen nicht mehr verstehen können. Kein Wunder, dass die SPD ein Umfragetief nach dem nächsten erlebt und die Linke kein Rezept gegen die Abwanderung von Teilen ihrer Kernwählerschaft im Osten zur AfD findet.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Die SPD tut eigentlich sehr viel für die Menschen

Die Halbzeitbilanz entscheide über den Verbleib der SPD in der GroKo, sagt die kommissarische Parteichefin Schwesig. Was sie weiter saghte, sehen Sie hier!

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu