„… to make sure those tools are used for good“

Rainer Zitelmann11.04.2018Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Diese schockierende Aussage machte Mark Zuckerberg am Dienstag vor dem US-Senat: “Across the board, we have a responsibility to not just build tools, but to make sure those tools are used for good. It will take some time to work through all of the changes we need to make, but I’m committed to getting it right.”

“Zuckerberg”:http://www.theeuropean.de/wolfram-weimer/11040-dadada-zuckerberg-macht-6-milliarden-am-tag erklärte, in den ersten 12 Jahren seines Bestehens habe sich Facebook zunächst nur darum bemüht, tools für die Menschen zu entwickeln, damit diese untereinander kommunizieren. Nun sei Facebook jedoch in ein neues Stadium eingetreten, wo man sicherstellen müsse, dass die Menschen diese tools auch für gute Zwecke verwendeten.

Was Zuckerberg darunter versteht, erläuterte er auch: “Just recently, we’ve seen the #metoo movement and the March for Our Lives, organized, at least in part, on Facebook.”

Facebook entscheidet, was „gut“ und „ungut“ ist

Das heißt: Facebook entscheidet künftig, was “gute Zwecke” sind und was „ungute“ Zwecke sind, ganz genau wie in Orwells schwarzer Utopie „1984“. Die Unterstützung von Obama im Wahlkampf war natürlich eine gute, großartige Sache. Die Unterstützung von Trump war böse. Die „meetoo“-Kampagne ist natürlich eine tolle Sache. Warum? Weil Zuckerberg das so sieht. Und er sieht das so, weil das die politisch korrekte Sichtweise ist.

Man stelle sich vor, Telefongesellschaften würden den Menschen erklären: „Zunächst haben wir uns nur bemüht, euch Werkzeuge für eure Kommunikation zur Verfügung zu stellen, aber jetzt wollen wir sicher gehen, dass ihr sie auch nur für gute Zwecke verwendet. Und was gut ist, das entscheiden wir.“

Zuckerbergs Vision

Stolz verkündete Zuckerberg mehrfach in der Anhörung vor dem US-Senat, dass er bereits 20.000 Leute beschäftige, die sich mit dem content befassen. Auf die Frage, ob er die Regulierungen in Europa gut finde (gemeint war wohl das Zensurgesetz des ehemaligen Justizministers Maas, nachdem Facebook unerwünschte Inhalte kurzfristig löschen muss) sagte Zuckerberg: Ja, das finde er gut. Seine Vorstellung sei jedoch, dass man in 5 – 10 Jahren allein durch Computerprogramme feststellen lassen könne, was „hate speech“ sei und was nicht und alle falschen Beiträge automatisch löschen könne.

Haben Sie im Kino „Demolition Man“ gesehen? Da wird eine Zukunft gezeichnet, in der der Staat die Menschen zwingt, das „Gute“ zu tun. Eine schlimme Vision, die nicht besser wird, wenn sich ein privates Unternehmen anmaßt, dafür zu sorgen, dass die Menschen mit ihrer Kommunikation nur noch „Gutes“ bewirken, wobei 20.000 „conent“-Zensoren festlegen, was „ungut“ und was „doppelgut“ ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Boyan Slat ist die bessere Greta Thunberg

Die Schwedin Greta Thunberg gilt als Klimaikone. Aber bei genauer Betrachtung ist die Klimakaiserin nackt! Der smarte Niederländer Boyan Slat hingegen ist weniger bekannt, aber Greta gegenüber mit seinem Klimapragmatismus weit voraus. Aber wer ist der junge Mann aus Delft? Und viel wichtiger: Waru

Kevin Kühnert wird der (über)nächste SPD-Vorsitzende

Ich wette, Kevin Kühnert wird den (noch nicht gewählten) SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und seine Partnerin Saskia Esken ablösen. Sie glauben das nicht? Immerhin hatte ich schon öffentlich eine Wette angeboten, dass die beiden bei der Stichwahl zum SPD-Vorsitz als Sieger hervorgehen,

Was bedeutet der Sieg von Walter-Borjans und Esken?

Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sind von der SPD-Basis zum neuen Duo an der Parteispitze gewählt worden. In der Stichwahl setzten sich die beiden Kandidaten klar mit 53,06 Prozent gegen den Vizekanzler Olaf Scholz

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener, wie eine aktuelle Studie belegt

Winfried Kretschmann - Wir müssen die Disruption des öffentlichen Raums verhindern

Wie kann es uns gelingen, die fragmentierte Öffentlichkeit wieder zusammen zu führen? Wie können wir Brücken zwischen der ganzen Fülle unterschiedlichster Gruppen bauen? Müssen wir vielleicht den Ort erst schaffen, an dem ein gemeinsamer Diskurs wieder möglich wird?

Rentner zahlen sechsmal so viel Steuern wie Erben

Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Rente gehen, zahlen bis zu fünfmal mehr Steuern, als Rentnerinnen und Rentner, die 2010 in Rente gegangen sind. Und das bei gleicher Rentenhöhe, die seitdem real an Kaufkraft verloren hat. Dass die Finanzämter selbst bei einer Bruttorente von 1200 E

Mobile Sliding Menu