Gute Amerikaner mit Waffen und der Fall Pooth

Rainer Zitelmann16.11.2017Außenpolitik

Aus Medien kennen wir normalerweise nur schießwütige, verrückte Amerikaner. Jetzt brachte das ARD/ZDF-Morgenmagazin einen sympathischen Bericht über gute Amerikaner bei der privaten Ausbildung an Waffen.

Das hat man in den Öffentlich-Rechtlichen, ja, überhaupt im deutschen Fernsehen, noch niemals zuvor gesehen: Einen positiven, sympathischen Bericht über Amerikaner bei Schießübungen. Sogar die deutsche Reporterin macht mit, obwohl sie sich sichtlich nicht so ganz wohl fühlt mit einer Waffe in der Hand. Im Übrigen wird die Gruppe beim privaten Waffenkurs jedoch als überaus sympathisch porträtiert, mit allergrößtem Verständnis: Sie sagen, sie hätten kein Vertrauen mehr in die Regierung und die Polizei, daher müssten sie sich selbst schützen.

Ein weiterer Verstoß gegen Political Correctness?

Die Aussage von Amerikanern, dass sich die Bürger selbst schützen und daher bewaffnen müssten, wird normalerweise im deutschen Fernsehen als primitive und durchsichtige Propaganda der mächtigen amerikanischen Waffen-Lobbyorganisation NRA (National Rifle Association) schärfstens kritisiert. Und nun auf einmal Zustimmung, Sympathie, fröhliche Gesichter, lachende Amerikaner bei der Schießübung und verständnisvolle Journalisten, die das sehr, sehr wohlwollend kommentieren. Ist das deutsche Fernsehen politisch unkorrekt geworden? Beherrscht Trump nun auch schon die deutschen Medien?!! Ein neuer, weiterer Skandal nach dem sexistischen Pooth-Skandal (siehe unten)?

Nein, natürlich nicht. Die Auflösung der Geschichte: Die Amerikaner, die sich hier selbst bewaffnen und der Polizei und dem Staat nicht mehr vertrauen, sind erstens Frauen und zweitens sind sie schwarz. Nach dem rassistischen Mordanschlag bei rechtsradikalen Ausschreitungen in Charlottesville im August diesen Jahres hätten sie erkannt, so die Reporterin, dass die Polizei sie nicht schützen könne und dass sie sich nun selbst bewaffnen müssten.

… und dann noch der Pooth-Skandal!

Man kann aufatmen: Die positive Sendung über private Schießausbildung war also absolut politisch korrekt, obwohl sich die Waffen-Lobby NRA bestimmt darüber gefreut hätte. Wahrscheinlich wollte sich die ARD keine zweite Schande leisten nach der verabscheuungswürdigen Tat eines Kameramannes am Sonntag: Bei der Anne Will-Talkshow zum Thema „Sexismus“ zeigt die Kamera die mit rosa Pumps bekleideten Füße der Exfrau von Dieter Bohlen, Verona Pooth, und fährt dann langsam über ihre Knöchel die Beine entlang – hoch bis zum Rock!!! Unglaublich!! Ein Skandal!! Wegen dieser politisch unkorrekten sexistischen, frauenfeindlichen und wahrscheinlich sogar menschenverachtenden Kameraeinstellung, die einen massiven Proteststurm von Feminist*nnen auslöste, entschuldigte sich prompt die Pressesprecherin von Anne Will. Zerknirscht gestand sie: „In der gestrigen Ausgabe zur Sexismus-Debatte gab es einen Kameraschwenk über die Schuhe und Beine von Verona Pooth. Diese Form der Bildführung widerspricht den redaktionellen und bildlichen Grundsätzen der Sendung. Der zuständige Regisseur bedauert den Fehler.“ Ich entschuldige mich auch und bedaure, dass ich nicht angewidert weggeschaut habe.

Pinkstinks – übernehmen Sie!

Vielleicht noch ein Hinweis zum Bericht über die Schießausbildung: Da wurden Frauen mit rosa Waffen gezeigt und die Reporterin wies ausdrücklich auf die Verbindung der Farbe Rosa mit den Frauen hin. Auch das ist bekanntlich ein frauenfeindliches Klischee und sollte die staatlich geförderte Initiative „Pinkstinks“ zur Intervention veranlassen. Pinkstinks ist laut ihrer Webseite „eine junge Protestorganisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen“. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt, wie der Name der Organisation verrät, der Verwendung von Farben wie Rosa und Pink für Mädchen/Frauen – ein klarer Fall von überholten, sexistischen Geschlechterstereotypen, die natürlich auch Verona Pooth mit ihren rosa Schuhen bedient. Womit ich natürlich das frauenfeindliche Verhalten des Kameramannes (ich vermute, es war ein Mann) auf keinen Fall in irgendeiner Weise entschuldigen möchte.

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