Warum Reiche in Geldnot kommen

von Rainer Zitelmann22.06.2017Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Ob Boris Becker nun wirklich „pleite“ ist oder nicht: Fest scheint zu stehen, dass er erhebliche Finanzprobleme hat. Das wundert Viele, denn er hat in seiner Tenniszeit ca. 25 Millionen Dollar Gage bekommen, Millionen Werbeeinnahmen kassiert und zuletzt allein als Trainer von Novak Djokovic 800.000 Euro jährlich verdient.

__Ob Boris Becker nun wirklich „pleite“ ist oder nicht: Fest scheint zu stehen, dass er erhebliche Finanzprobleme hat. Das wundert Viele, denn er hat in seiner Tenniszeit ca. 25 Millionen Dollar Gage bekommen, Millionen Werbeeinnahmen kassiert und zuletzt allein als Trainer von Novak Djokovic 800.000 Euro jährlich verdient. Doch die Ursachen für seine finanziellen Probleme sind typisch. In meinem Buch „Reich werden und bleiben“ hatte ich diese Probleme benannt:__

1. Scheidung

Allein die Scheidung mit seiner Exfrau Barbara kostete Becker 15 Millionen Euro. Scheidung ist eines der wirtschaftlichen Hauptrisiken für Reiche. Dumm ist, wer als Reicher ohne Ehevertrag heiratet. Aber auch eine Ehe mit Ehevertrag ist keine Garantie dafür, dass der Mann ungeschoren davonkommt. In Großbritannien oder Amerika beispielsweise hat ein deutscher Ehevertrag keine bindende Wirkung. Clevere Ehefrauen von Reichen, die einen Wohnsitz in England oder USA haben, lassen sich dort scheiden. Und bekommen dann die Hälfte des Vermögens – auch wenn ein Ehevertrag in Deutschland anderes regelte.

2. Luxus-Lebensstil

Boris Becker liebt einen Luxus-Lebenstil. Allein das Miethaus in London kostet ihn 35.000 Euro Miete im Monat. Seine Villa in Mallorca, die er jetzt nicht rechtzeitig mit einer Hypothek belasten konnte, um seine Schulden zu bezahlen, ließ er jahrelang immer wieder sehr teuer umbauen. Auch hier ist Becker keine Ausnahme: Wer sich an sprudelnde hohe Einnahmen gewöhnt hat, steigert in der Regel die Ansprüche an seine private Lebenshaltung. Das ist verständlich, denn schließlich erarbeiten die meisten Menschen ihr Geld nicht nur deshalb, damit sich später die Erben darüber freuen und es verbrauchen können. Die Gefahr besteht jedoch, dass man von einem sehr hohen Lebensstandard abhängig wird, wobei es viel schwerer ist, diesen wieder zurückzufahren als ihn zu steigern. Der Optimismus, der aus der Bestätigung durch vergangene Erfolge rührt, verführt viele Reiche dazu, anzunehmen, dass es auch künftig nur noch aufwärts gehen könne. Sie halten an einem Lebensstandard fest, um den Schein des Reichtums nach außen aufrechtzuerhalten, auch wenn die wirtschaftliche Basis dafür eigentlich nicht mehr gegeben ist, weil die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.

3. Unternehmerischer Überoptimismus

Boris Becker versuchte sich, so wie viele Profisportler, nach dem Ende seiner Sportkarriere als Unternehmer. Er war Eigentümer von drei Autohäusern, doch mit keinem davon wurde er glücklich. Er war Teilhaber des Internetportals Sportgate, das Insolvenz anmelden musste. Jedem Unternehmer kann so etwas passieren – das spricht nicht gegen Becker. Aber viele Unternehmer scheitern an ihrem Überoptimismus. Aus der wissenschaftlichen Unternehmerforschung wissen wir, dass sehr großer Optimismus zwar eines der Erfolgskriterien für Unternehmer ist, aber auch eines der größten Risiken: Denn in schwierigen Situationen hindert sie ihr Überoptimismus daran, Risiken zu erkennen und angemessen zu reagieren. Sie glauben an ein „Happy End“, auch wenn objektiv gesehen alles dagegen spricht.

4. Steuertrickserien

Becker wurde 2002 wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wurde er dazu verpflichtet, 300.000 Euro Geldstrafe zu zahlen und 200.000 Euro Geldbuße an karitative Einrichtungen zu überweisen. Becker habe in seinen Steuererklärungen bewusst falsche Angaben gemacht, um 3,3 Millionen Mark zu sparen. Wir wissen von vielen Sportlern und Prominenten, die illegal Steuern hinterzogen haben. Sie unterschätzten das Risiko, dass das irgendwann herauskommt. Diejenigen, die sich legal verhielten und keine Steuern hinterzogen, erlagen oft der Versuchung, in (legale) Steuersparmodelle zu investieren. Früher war es möglich, etwa mit geschlossenen Immobilienfonds oder Schiffsbeteiligungen erheblich Steuern zu sparen. Doch in vielen Fällen führte der Drang, Steuern zu sparen, zu Fehlinvestitionen und zahlreiche Sportler und Prominente verloren damit eine Menge Geld.

Über Risiken für Reiche – und wie man sie vermeidet, schreibt Rainer Zitelmann in seinem Buch: “Reich werden und bleiben.“ Leseproben und Pressestimmen”:http://www.reichwerdenundbleiben.net/

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