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Schulz nervt mit primitivstem Sozialneid

Das SPIEGEL-Interview mit Martin Schulz ist überschrieben: „Ich bin kein Populist“. Das klingt so ähnlich für mich, wie wenn der Ausländerfeind sein Statement einleitet mit: „Ich bin kein Ausländerfeind“. Schulz ist der Mann des primitivsten Sozialneides – wie er in diesem Interview unter Beweis stellt.

Ist Deutschland gerecht?

Natürlich nicht, sagt Sozialpopulist Schulz. Obwohl in Deutschland so viel umverteilt wird wie in kaum einem anderen Land der Welt, klagt Schulz: „Deutschland ist kein gerechtes Land. Millionen Menschen fühlen, dass es in diesem Staat nicht gerecht zugeht.“ Was „gerecht“ wäre, sagt Schulz natürlich nicht. So wie alle, die von „sozialer Gerechtigkeit“ faseln, meint er in Wahrheit „Gleichheit“. „Der Anteil der wenigen am Reichtum ist deutlich höher als der Anteil der vielen…. Dass muss sich ändern.“

Feindbild Superreiche

Damit es in Deutschland gerechter zugeht, hat Schulz ein Rezept. Zerknirscht meint er, die SPD habe in der Vergangenheit Fehler gemacht: Man hätte früher den Mindestlohn einführen „und Superreiche stärker belasten müssen“. „Ganz sicher müssen wir bei der Besteuerung von großen Vermögen nachlegen.“

Feindbild „Immobilienspekulanten“

Wer ist Schuld an der Wohnungsnot? Ganz klar die privaten Immobilienbesitzer, die als Spekulanten diffamiert werden: „Wir haben über einen sehr, sehr langen Zeitraum den gesamten Immobilienbereich den Spekulanten überlassen. Das war falsch.“

Unternehmer unter Generalverdacht

Obwohl bereits tausende Zollbeamte damit beschäftigt sind, die Einhaltung des Mindestlohns zu kontrollieren, langt das Schulz noch nicht. Er mache sich große Sorgen, dass das Gesetz von Unternehmern „regelmäßig unterhöhlt wird, teilweise mit krimineller Energie. Das muss mehr kontrolliert werden, da muss der dafür zuständige Zoll intensiver ran.“

Die Guten und die Bösen

So, jetzt wissen wir, wer die Bösen sind: Unternehmer, Superreiche, Immobilienbesitzer. Und wer sind die Guten – bei denen sich Schulz anbiedert, um ihre Stimmen zu bekommen? Das sind, so sagt Schulz, die, „die hart arbeiten, die schuften müssen… die gerade so die Miete bezahlen können… die im Stau stehen, wenn sie zur Arbeit fahren… die vergebens auf den Zug warten, wenn sie ihr Kind von der Kita abholen müssen.“ Die Reichen und die Unternehmer sind das natürlich nicht. Die arbeiten nicht hart, die schuften nicht, die zahlen auch keine Miete (weil sie im Eigentum wohnen), die stehen auch nicht im Stau (weil sie alle einen Privatjet haben) und der Zug kommt auch pünktlich, wenn der Zugfahrer weiß, dass da ein Superreicher wartet.

Am 13. Februar erscheint Zitelmanns neues Buch „Psychologie der Superreichen“. Inhalt und Leseproben finden Sie unter:

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Rainer Zitelmann: ZEIT schlägt BILD

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