Deutschland im Ökowahn

Rainer Zitelmann5.01.2017Gesellschaft & Kultur

Der Klimawahn in Deutschland hat Ausmaße einer neuen Religion angenommen. Wir wollen die Welt retten, indem wir weniger fliegen, weniger reisen, weniger Auto fahren, weniger Milch trinken, weniger Fleisch essen, weniger baden, mit religiösem Eifer Müll trennen und unsere Häuser isolieren, bis der Schimmel blüht.

Die Propheten des Klimawandels erinnern mich an religiöse Eiferer, die den Weltuntergang predigen. Das Bundesumweltamt hat nun im Sinne des Klimaschutzes gefordert, die Mehrwertsteuer für Milch und Fleisch fast zu verdreifachen, nämlich von 7% auf 19%. Da ich selbst Vegetarier bin (aber bestimmt nicht wegen des Klimawandels) und zudem zu den vielgeschmähten Besserverdienern gehöre, die eine Mehrwertsteuererhöhung am wenigsten trifft, schreibe ich nicht aus persönlicher Betroffenheit dagegen. Aber mir geht der Ökowahn schon lange auf die Nerven.

Was tun die Deutschen nicht alles, um die Welt vor dem ultimativen Klima-GAU zu retten und sich vor allem gut & politisch-ökologisch korrekt zu fühlen – frei nach dem Motto: „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu übertreiben“.

Kinder lernen schon im Kindergarten von ökologisch bewegten KindergärtnerInnen den Müll zu trennen, obwohl viel von dem, was wir trennen, später wieder in einen Topf geworfen und verbrannt wird. Experten bezweifeln den Sinn der ganzen Sache.

Eine Energieeinsparverordnung jagt die nächste. Bauen wird dadurch immer teurer. Im Deutschen Ärzteblatt kann man nachlesen, dass die hermetische Abdichtung unserer Häuser zu Schimmelpilzbefall führt, der die Menschen krank macht (Asthma etc.). Dabei ändert das am Weltklima ebenso wenig etwas wie die anderen Öko-Rituale.

Das Bundesumweltministerium belehrt uns, dass wir besser duschen als baden sollten, um Wasser zu sparen. In vielen Städten kommt es bereits zum Fäulnisgeruch, weil wegen des geringen Verbrauchs zu wenig Wasser durch die Rohre rauscht und die Kanalisation häufiger verstopft wird. In Berlin ist der Grundwasserspiegel deshalb in den letzten 20 Jahren um ein bis drei Meter gestiegen, mit teilweise dramatischen Folgen für die Häuser.

Die gute, alte Glühbirne wurde aus Ökogründen verboten und durch quecksilberhaltige Ökosparlampen ersetzt. Die sind hoch gefährlich, wenn sie kaputt gehen – das Quecksilber muss abgesaugt und als giftiger Sondermüll eingelagert werden.

Jute statt Plastik. Jutebeutel statt Plastiktüte ist das Erkennungsmerkmal ökobewusster Menschen. Was sie nicht wissen: Die verhasste Plastiktüte ist für den Ausstoß von 120 Gramm CO2 verantwortlich, ein Baumwollbeutel dagegen für 1700 Gramm.

Über die Hälfte aller staatlichen Öko-Subventionen geht in die Solarenergie, obwohl dies die mit großem Abstand ineffizienteste Form der Energiegewinnung ist. Obwohl Deutschland nicht gerade als Sonnenland bekannt ist, steht die Hälfte der Solaranlagen der Welt bei uns – finanziert vom Steuerzahler.

Angela Merkel war das einzige Staatsoberhaupt der Welt, das wegen der durch ein Erdbeben ausgelösten Reaktorkatastrophe in Japan die Atomkraftwerke abgestellt hat. Nicht einmal die Japaner haben das gemacht – hier gehen sogar wieder neue Atomkraftwerke ans Netz. (Der eigentliche Grund für Merkel war allerdings nicht die Angst vor einem Atomunfall in Deutschland, sondern vor massiven Verlusten der CDU bei den damals kurz bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Ein grüner Ministerpräsident konnte jedoch trotzdem nicht verhindert werden, weil die Menschen dann lieber das grüne Original wählen als die ergrünte CDU).

“Die meisten Beispiele habe ich dem ausgezeichneten Buch des SPIEGEL-Redakteurs Alexander Neubacher entnommen, das ich jedem empfehlen kann”:http://www.empfohlene-wirtschaftsbuecher.de/2013/04/deutschland-im-okowahn/

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