Statistiken zur Ausländerkriminalität | The European

Die wichtigste Zahl wird verschwiegen

Rainer Zitelmann8.12.2016Gesellschaft & Kultur, Medien

Kaum eine Frage wird derzeit so kontrovers diskutiert wie die, ob bei Ausländern die Kriminalitätsrate höher ist als bei Deutschen. Gestern wurde ebenso ausführlich wie erregt in der Talkshow von Maischberger darüber gestritten. Doch eine entscheidende Zahl fehlt.

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Roodini / photocase.com

In diesen “Artikeln”:http://www.zeit.de/2016/13/kriminalstatistik-auslaender-tatverdaechtige-hamburg der “„Zeit“”:http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/bundeskriminalamt-statistik-straftaten-asylbewerber werden viele Themen angesprochen: Bei welchen Delikten sind Ausländer mehr oder weniger kriminell? Wie sieht es aus, wenn man entsprechende soziale Vergleichsgruppen bildet – also beispielsweise von männlichen Deutschen aus unteren sozialen Schichten mit den entsprechenden Vergleichsgruppen bei Ausländern? Muss man sogenannte „ausländerspezifische Delikte“ (die von Deutschen nicht begangen werden können, also Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz oder das Asylgesetz) herausrechnen? Und so weiter.

„Kriminell kompliziert“

Ist die Frage des Anteils von Ausländern an Straftaten wirklich „kriminell kompliziert“, wie die „Zeit“ einen ihrer Artikel überschreibt? Was mich wundert, ist, dass – weder in dem „Zeit“-Artikel noch gestern in der Debatte bei Maischberger noch in anderen Diskussionen – ein ganz naheliegender Vergleich angestellt wird: *Wie hoch ist der Ausländeranteil in der Bevölkerung der Bundesrepublik und wie hoch ist der Ausländeranteil bei den Gefängnisinsassen?*

Der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung in “Deutschland lag 2015 bei 9,72%”:https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14271/umfrage/deutschland-anteil-auslaender-an-bevoelkerung/

Der Anteil der Ausländer in deutschen Gefängnissen lag dagegen bei “27,9 Prozent”:https://de.statista.com/statistik/daten/studie/372757/umfrage/auslaenderanteil-in-gefaengnissen-in-ausgewaehlten-laendern/.

Ich finde, diese Zahl ist so aussagekräftig, dass sie eigentlich in keiner Diskussion fehlen sollte. Was mich stört, ist der Eindruck, dass man das Thema absichtlich verkompliziert – und zwar nach der Devise: „Und also schließt er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.“

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