Ausländerkriminalität | The European

Die 3-Minuten-Belehrung nervt

Rainer Zitelmann7.12.2016Gesellschaft & Kultur, Medien

Mehrere Fälle von Vergewaltigungen, bei denen die Tatverdächtigen Asylbewerber waren, beschäftigen die Öffentlichkeit. Gibt es keinen sachlichen Umgang jenseits von ausländerfeindlicher Hetze einerseits und volkspädagogisch gut gemeinter Belehrung andererseits?

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jurko / photocase.com

Es ist schlimm, wenn Verbrechen, die von Ausländern begangen werden, zur Hetze und Stimmungsmache missbraucht werden. Ich glaube, darüber ist sich die übergroße Mehrheit der Deutschen einig. Mich nervt jedoch, dass es keine einzige Meldung über solche Vorfälle gibt, die nicht sofort mit eindringlichen Mahnungen und Ermahnungen verbunden wird, man dürfe auf gar keinen Fall falsche Schlussfolgerungen ziehen.

Ist es denn sonst üblich in den Medien, dass jede Nachricht verbunden wird mit einer pädagogischen Belehrung, wie diese zu interpretieren sei und welche Folgerungen man auf keinen Fall ziehen dürfe?

Bei jeder Nachricht über ein Verbrechen oder einen Terroranschlag, an dem Asylbewerber beteiligt waren, werden im Fernsehen ausführlich Einlassungen von mindestens einem Politiker oder einem Kriminalexperten gebracht, die die Zuschauer mit erhobenem Zeigefinger belehren, dass sie keine falschen Folgerungen ziehen sollen, dass Asylbewerber nicht häufiger kriminell wären als Deutsche und das nicht jeder Moslem ein Terrorist ist. Dabei habe ich noch keinen ernst zu nehmenden Menschen getroffen, der letzteres behauptet hätte.

Hat noch niemand darüber nachgedacht, dass man mit diesen Belehrungen, die in ihrer Häufigkeit penetrant und aufdringlich wirken, genau das Gegenteil dessen bewirkt, was man bewirken möchte?

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