Zu den rücksichtslosen Radfahrern werden sich die E-Tretrollerfahrer gesellen

von Rainer Wendt5.07.2019Medien, Wirtschaft

Man darf mich Spaßbremse nennen, ist schon öfter passiert. Regelmäßig haben sich schlimme Befürchtungen später trotzdem leider realisiert. Aber in Deutschland müssen offenbar auch schlechte Erfahrungen immer erst gemacht werden.

Mit dem Fernsehsender PRO 7 hatte ich über die elektrischen Tretroller gesprochen, die jetzt zugelassen sind und fleißig genutzt werden.

Selbstverständlich auch auf Gehwegen und in Fußgängerstraßen, natürlich mit mehreren Personen gleichzeitig, mit Kindern als “Beifahrer” und allem, was es noch so an Verstößen gibt. Wieder einmal glaubt der Gesetzgeber, es interessiert unsere Spaßgesellschaft wirklich, was er da aufgeschrieben hat.

Es wird schwere Verletzungen geben und irgendwann auch Tote, da kann man sicher sein. Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigen das längst. Aber wir glauben das ja erst, wenn das auch bei uns passiert. Und ich kenne auch schon die Reaktionen, die dann kommen werden: Warum hat die Polizei das nicht verhindert? Haben die Behörden versagt?

Selbstverständlich wird die Polizei im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kontrollen durchführen. Dieses Personal wird dann wieder an anderer Stelle fehlen, beispielsweise um Raser zu verfolgen.

Trotzdem wird es auf den Fußgängerwegen erheblich gefährlicher werden. Zu den rücksichtslosen Radfahrern werden sich die E-Tretrollerfahrer gesellen und deren Gefährte werden im Anschluss an die Nutzung dann unsere Gehwege und Grünanlagen verschandeln, gemeinsam mit Leihfahrrädern, die das jetzt schon tun.

Und irgendjemand wird uns dann zusätzlich erklären, dass das ja auch gut für unser Klima ist, wenn elektrisch gefahren wird. Strom kommt schließlich aus der Steckdose und wächst vorher in der Leitung von selbst.

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