Der falsche Feind

von Ragnar Weilandt24.07.2014Außenpolitik

Die USA und der Iran dämonisieren sich gegenseitig – obwohl sie spätestens seit 9/11 regelmäßig ähnliche strategische Interessen verfolgen. Die abermalige Chance auf eine Annäherung im Zuge der Irakkrise sollte nicht ungenutzt verstreichen.

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte: Im Jahr 2003 marschierten die USA in den Irak ein, weil ein säkularer Diktator vermeintlich vorhandene Massenvernichtungswaffen angeblich an islamistische Terroristen weitergeben wollte. Zweieinhalb Jahre nach dem Abzug aus dem Irak sind nun tatsächlich islamistische Terroristen auf dem Vormarsch – und das von den USA eingesetzte Regime und die amerikanisch geschulten und ausgestatteten irakischen Streitkräfte haben ihnen kaum etwas entgegenzusetzen.

Der Vormarsch von ISIS offenbart abermals das amerikanische Scheitern im Irak. Vor allem die Entscheidungen, Saddam Husseins Armee aufzulösen und die Politik des Landes anhand konfessioneller Linien zu gestalten, erwiesen sich als schwere Fehler. Viele ehemalige sunnitische Soldaten der ehemals stärksten Streitkräfte in der Region kämpfen nun auf Seiten der Terroristen gegen die schiitische Vorherrschaft in Bagdad.

Doch in der Krise liegt auch eine Chance. Die jüngsten Entwicklungen könnten dazu beitragen, den genauso gefährlichen wie überflüssigen Konflikt zwischen dem Iran und den USA auszuräumen. Denn bei der Bekämpfung der sunnitischen Terroristen im Irak decken sich die Interessen beider Seiten.

So viele frühere Chancen

Seit der überraschenden Wahl des moderaten Hassan Rohani zum Präsidenten Irans haben sich die iranisch-amerikanischen Beziehungen bereits deutlich verbessert. Die Krise im Irak liefert nun die Chance auf einen endgültigen Durchbruch. Doch der anfänglichen Annährungsrhetorik beider Seiten ist zumindest offiziell bislang wenig gefolgt. Man sei im Bilde über die iranische Unterstützung des irakischen Regimes, arbeite aber nicht mit Teheran zusammen,

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