Ein Hoffnungsschimmer

von Anna Polonyi18.05.2012Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Obamas Bekenntnis zur Homo-Ehe ist ein richtiger Schritt – doch die Kontroverse um diese Entscheidung zeigt, dass der Westen in puncto Demokratie und Liberalismus nicht mehr den Ton angibt.

Die vergangenen Wochen waren ereignisreich für die internationale Schwulen- und Lesbengemeinschaft. Die Achterbahnfahrt begann, als US-Vizepräsident Joseph Biden verkündete, dass er „absolut einverstanden“ sei mit der ehelichen Gleichberechtigung von Homosexuellen. Die Sitcom „Will and Grace“ habe auch seine Meinung beeinflusst, so Biden. Auch wenn es sicherlich etwas absurd ist, dass ein hoher Regierungspolitiker sich seine Meinung auf Basis einer Fernsehserie aus den 90er-Jahren bildet (eine Serie, die ihrerseits vor kitschigen Vorurteilen trieft), so hatten seine Worte doch einen überraschend starken Effekt.

„It’s okay to marry gay“

Am gleichen Tag, an dem der US-Bundesstaat North Carolina die Homo-Ehe per Verfassungsänderung verbot (es ist jetzt erlaubt, seinen Cousin oder seine Cousine zu heiraten, aber verboten, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu ehelichen), erklärte auch US-Präsident Obama seine Unterstützung für die gleichgeschlechtliche Ehe. Ein historischer Moment, so hören wir, und das erste Mal, dass ein amtierender Präsident sich explizit hinter die Forderung nach Gleichberechtigung stellt. Auch wenn Obama in einem Atemzug gleich viermal darauf hinwies, dass es sich dabei nur um seine persönliche Meinung und nicht etwa um einen Gesetzesvorschlag handele („Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es für mich persönlich wichtig ist, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen und zu sagen, dass ich glaube, dass homosexuelle Paare heiraten können sollten“), so wurden seine Worte doch in Europa und den USA als Erfolg gewertet. In Deutschland

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