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Politik > Mit einem Kanzler Merz käme die AfD unter Druck

Friedrich Merz wäre die beste Alternative zu Angela Merkel

Gegenwärtig läuft eine massive Kampagne gegen Friedrich Merz als möglichen Kanzlerkandidaten der Union an. Und in der Tat: Merz scheint es jetzt wissen zu wollen und geht ins Risiko. Mich irritieren nicht nur manche Argumente seiner Bewunderer, sondern auch manche seiner Kritiker. Dazu eine Replik:

The European

Lassen wir mal das aus den USA importierte Gerede von den „alten weißen Männern“ beiseite (in den USA sind die aussichtsreichen Präsidentschaftsbewerbungen übrigens allesamt über 70 und niemand stört sich hier daran - mit Grüßen von der New York University, an der ich gerade bin), dann leitet offenbar viele, die sich aktuell äußern, die Hoffnung, dass es bei Merkel in Deutschland bleibt, notfalls mit AKK als Testamentsvollstreckerin.

Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Demokratie geschwächt wird, wenn es in der verantwortungsvollen politischen Mitte keine klaren Alternativen gibt, zwischen denen die Bürgerschaft alle paar Jahre wählen, d.h. eine zeitlich begrenzte Richtungsentscheidung, treffen kann. Merz ist nicht der dümmste, er polarisiert, ist aber kein Rechter, kein heimlicher Sympathisant der AfD, er ist in der Lage verständlich und klar zu formulieren, eine Gabe, die unserer Langzeitkanzlerin mit ihrer Tendenz des Beschweigens und Verschwurbelns leider von jeher abgeht.

Daher: wer die Demokratie in Deutschland stärken möchte, muss auf Köpfe in der politischen Mitte setzen, die ein klares Profil haben, eine deutliche Sprache sprechen, gelegentlich polarisieren, aber sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

Die Traumkonstellation wäre also zweifelsfrei: Merz gegen Nida-Rümelin, beide noch jung (zehn Jahre jünger als die amerikanischen Präsidentschaftsanwärter), beide nicht auf den Mund gefallen, beide nicht verantwortlich für den gegenwärtigen Zustand der Politik, beide über 1.90 groß (wichtig für das TV Duell!), beide beruflich unabhängig von der Politik und im Streit um die Leitkultur seit fast 20 Jahren gestählt, ... just kidding. Keine Sorge, mindestens einer von beiden hat andere Lebenspläne.

Wenn Merz Kanzler-Kandidat der Union würde, wäre jedenfalls für lebhafte politische Debatten gesorgt, Merz würde wirtschaftsfreundliche, transatlantische, aber auch migrationsskeptische und sozialstaatskritische Positionen beziehen. Für Polarisierung wäre gesorgt, wenn der Ball auch bei SPD aufgegriffen würde. Die AfD käme unter Druck, die Konservativen hätten wieder bei der Union eine Heimat, ihr Wählerspektrum würde sich nach rechts verschieben und in der linken Mitte würden Positionen für die SPD frei werden, vorausgesetzt diese orientiert sich nicht zu stark nach links. Nicht das Schlechteste für die Demokratie in Deutschland, welche Partei auch immer am Ende die Kanzlerschaft für sich entscheidet.

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