Wir Bielefelder wissen es besser!

von Pit Clausen22.10.2009Gesellschaft & Kultur

Auch wenn sich die “Bielefeld-Verschwörung” seit 15 Jahren im Internet hält: 325.000 Einwohner halten tapfer dagegen. Ihr neuer Bürgermeister Pit Clausen sagt: “Von wegen getarnte Kulisse für geheime Machenschaften – diese Stadt ist Wirklichkeit.”

Es gibt sie. Es gibt sie nicht? Doch, es gibt sie, ganz bestimmt: Bielefeld, die Großstadt am Teutoburger Wald. Auch wenn sich die “Bielefeld-Verschwörung” seit nunmehr 15 Jahren hartnäckig im Internet hält: 325.000 Einwohnerinnen und Einwohner können nicht irren. Ohne Bielefeld gäbe es beispielsweise auch mich nicht. Genau 56.934 Stimmzettel beweisen: Die Bielefelderinnen und Bielefelder haben meinen Namen bei den vergangenen Kommunalwahlen angekreuzt und mich zum neuen Oberbürgermeister gewählt und – hier bin ich: Pit Clausen, ein so leibhaftiger wie real existierender und überzeugter Bielefelder! Den ultimativen Beweis für die Existenz unserer Stadt treten aber jetzt Dr. Thomas Walden und Fabio Magnifico an. Die Medienpädagogen der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld planen einen abendfüllenden Spielfilm über die aberwitzige Verschwörungstheorie. In einer Gastrolle auf jeden Fall dabei: Achim Held. Der heute 39 Jahre alte Kieler hatte das Ergebnis einer ausgelassenen Studentenparty am 15. Mai 1994 ins Internet gestellt. Held hat kürzlich zum ersten Mal in seinem Leben die Ostwestfalen-Metropole besucht.

Bielefeld gibt es nicht, und das seit Jahren

Die Zugriffszahlen auf die Internetseite der großen Verschwörung steigen ständig. So geht das schon seit Jahren. Immer wieder hat Achim Held geglaubt, dass sich die skurrile Geschichte über die Nichtexistenz von Bielefeld mit der Zeit abnutzt. Auch die Marketingexperten unserer Stadt hätten nie für möglich gehalten, dass die “Bielefeld-Verschwörung” ein Klassiker wird. Längst hat auch die Bielefeld Marketing GmbH Gefallen am spielerischen Umgang mit dem einstigen Studentenspaß gefunden. Mit Selbstironie unterstützen die Marketingstrategen das Filmprojekt. Bielefeld ist eine junge, kreative und dynamische Hochschulstadt. Deshalb können wir auch gut damit leben, wenn es jetzt mal wieder heißt: Bielefeld gibt es doch gar nicht. Wir wissen es nämlich besser! Unterstützt wird das Projekt von der Universität Bielefeld, auch Bielefelder Unternehmen, Gastronomen und örtliche Medien sind im Boot. Im Juni 2010 soll der Film ins Kino kommen. Bis dahin darf man sicher sein, dass die “Bielefeld-Verschwörung” erneut Schlagzeilen macht. Schließlich hatte sie es in der Vergangenheit schon in alle großen Zeitungen und Zeitschriften, sogar bis ins Fernsehen – in die Tagesschau – geschafft. In Webforen und Gästebüchern tauchen die wildesten Theorien auf, und bei Wikipedia können sich auch die letzten Zweifler schlaumachen, die bislang noch nicht glauben konnten, dass es die “Bielefeld-Verschwörung” wirklich gibt.

Und es gibt sie doch

Jeder kann sich von der Existenz dieser Stadt selbst überzeugen. Viele Gründe sprechen für einen Besuch der ostwestfälischen Metropole. Als kulturelles und wirtschaftliches Oberzentrum verbindet Bielefeld die Vorzüge einer Großstadt mit (ent)spannenden Freizeitmöglichkeiten im Teutoburger Wald. Gute Verkehrsanbindungen, eine gerühmte Gastronomie und ein gutes Beherbergungsangebot, das allen Verschwörungstheorien trotzt, machen die Universitätsstadt zu einem attraktiven Reiseziel. Gehen Sie auf Entdeckungsreise in unserer Stadt! Von wegen getarnte Kulisse für geheime Machenschaften – diese Stadt ist Wirklichkeit. So wie es stimmt, dass die meisten (Tiefkühl-)Pizzen aus Bielefeld kommen, weil es Italien nicht gibt.

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