Europa zurückabzuwickeln – das wäre ein schrecklicher und historischer Irrtum. Hans-Dietrich Genscher

Trump beliebter als Obama

Hierzulande ist ein pausenloses Trump-Bashing angesagt. Geradezu legendär war das diffamierende Cover des Magazins Der Spiegel, auf dem ein stilisierter Trump mit einem riesigen Islamisten-Messer die Freiheitsstatue geköpft hatte. Man sehnt sich zuweilen nach etwas mehr Objektivität und Wahrhaftigkeit, schreibt Petr Bystron.

Auch in der letzten Stichwahl der US-Amerikanischen Midterm-Wahlen siegte ein Trumpanhänger: Die republikanische Kandidatin Cindy Hyde-Smith hat den Senatssitz von Mississippi gewonnen und damit die Mehrheit der Republikaner im Oberhaus auf 53 Sitze ausbebaut. Zu verdanken hat die erste weibliche Senatorin aus dem konservativen Südstaat ihre Wahl zu großen Teilen ihrer Unterstützung durch Präsident Donald Trump, der in dem Wahlkampf sowohl virtuell wie persönlich präsent war – die Kandidatin ließ den Präsidenten auf ihren Bussen und Postern abbilden, Trump unterstützte durch Wahlkampfauftritte.

Der Sieg von Hyde-Smith zeigt, wie sehr der frühere politische Außenseiter Trump mittlerweile die Politik der Republikanischen Partei umgestaltet hat, indem er bürgernahe, „populistische“ Themen wie die illegale Einwanderung und Jobs für Amerikaner an erster Stelle gesetzt hat.

Mit der Stichwahl in Mississippi wurden die Midterm-Wahlen abgeschlossen. Zwar hat Trumps Partei 40 Sitze im Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren, aber dies war zu erwarten gewesen. Denn normalerweise verliert die Partei des Amtsinhabers im Weißen Haus bei den Midterm-Wahlen flächendeckend. Unter Barack Obama haben die Demokraten im Jahr 2010 ganze 63 Sitze verloren, unter Bill Clinton waren es sechs Jahre zuvor ganze 54 Sitze. Dass die Demokraten gegen Trump nicht mehr punkten konnten, liegt an seiner erfolgreichen Wirtschafts- und Einwanderungspolitik, die den Menschen das Gefühl gibt, endlich gehört und mit ihren Sorgen ernst genommen zu werden.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren, in Schwarzen- und Latino-Gemeinden sogar auf dem niedrigsten Stand aller Zeiten. Mit seiner erfolgreichen Wirtschaftspolitik hat Trump viele Amerikaner überzeugen können. Laut Rassmussen sind aktuell 47% aller Wähler mit dem Präsidenten zufrieden, besser als Barack Obama zu selben Zeit seiner Präsidentschaft (46%). Aus den deutschen Mainstream-Medien werden Sie das jedoch nie erfahren.

Hierzulande ist ein pausenloses Trump-Bashing angesagt. Geradezu legendär war das diffamierende Cover des Magazins Der Spiegel, auf dem ein stilisierter Trump mit einem riesigen Islamisten-Messer die Freiheitsstatue geköpft hatte. Die Berichterstattung über Trump im öffentlich-rechtlichen Fernsehen könnte unter der Sammelüberschrift „Pleiten, Pech und Pannen“ laufen. Die Negativberichterstattung zieht sich sogar in den Bereich der Yellow-Press hinein, in der die eigentlich sehr hübsche und stets elegant auftretende First Lady nur mit spitzen Fingern angefasst und spitzen Bemerkungen kommentiert wird.

Man sehnt sich zuweilen nach etwas mehr Objektivität und Wahrhaftigkeit. Denn es ist durchaus möglich, dass der laut deutschen Mainstream-Medien ach so unbeliebte Trump auch aus den nächsten Präsidentschaftswahlen als Sieger hervorgeht.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Stefan Liebich, Oliver Hülse, Andreas T. Sturm.

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