Erst die Arbeit, nie das Vergnügen

von Patrick Spät27.08.2014Gesellschaft & Kultur

Heutzutage braucht der Chef seine Lohnsklaven nicht mehr zu disziplinieren, denn sie kontrollieren sich selbst.

Sind Sie manchmal gerne faul? Früher hätte das ungemütliche Konsequenzen haben können: 1589 wurde in Amsterdam eines der ersten sogenannten „Arbeitshäuser“ eröffnet, um die „Abneigung gegen Arbeit zu kurieren“. Die Heilmethoden waren alles andere als homöopathisch: Die Müßiggänger sperrte man in ein Verlies, in das man nach und nach Wasser füllte. Die im Wasser stehenden Gefangenen mussten ununterbrochen eine Pumpe betätigen, um sich vor dem Ertrinken zu retten. Mit dieser perversen Folter wollte man den Arbeitsunwilligen ihre Faulheit austreiben und ihnen hautnah demonstrieren, dass emsiges Arbeiten überlebensnotwendig sei.

Wenn es heute hier und da etwas lockerer zugeht, dann auch nur deshalb, weil der militärische Drill nicht zum erwünschten Ergebnis geführt hat. Die Methoden ändern sich, die Ziele nicht. Etwas feinfühliger wurden die Methoden mit dem 1925 gegründeten Deutschen Institut für technische Arbeitsschulung (DINTA)

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