Sein oder gemacht werden

von Patrick Spät25.05.2012Innenpolitik

Die Piraten sind da. Nicht etwa, weil wir plötzlich alle Computer-Nerds sind. Bei ihrem Siegeszug geht es um viel mehr.

Zusatzbeitrag, Stuttgart 21, Bankenrettung … was passiert da eigentlich mit unserem Geld, ja, was passiert da mit uns, dem Volk? Die sogenannten Volksvertreter, organisiert in politischen Parteien, repräsentieren nicht – oft genug diktieren sie uns ihren Willen, ihre Machtkalküle und ihre jeweilige Lobby: „Zuletzt aber ist es gleichgültig, ob der Heerde Eine Meinung befohlen oder fünf Meinungen gestattet sind“, schreibt Friedrich Nietzsche.

Mitspracherecht, das seinen Namen verdient

Die fünf Meinungen, die uns CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Die Linke per vierjähriger Kreuzchensetzung gewähren, sind in der Theorie des Grundgesetzes demokratisch. In der Praxis unserer Lebenswelt haben wir, das Volk, nicht sonderlich viel Mitspracherecht. Ja, ja, ja: Gott sei Dank gibt es in Europa keine Diktaturen mehr und keine Volksentscheide, die uns die Todesstrafe bescheren. Gott sei Dank haben wir Volksvertreter, denn wer hat neben 9-to-5-Job, Familie und Alltag noch Zeit und Muße, sich mit der Pendlerpauschale zu beschäftigen? Das reicht einmal jährlich bei der Steuererklärung, die ohnehin kein Mensch versteht – wie soll da bitte das Volk sogar regieren können? Also: demokratisches Mitspracherecht, das seinen Namen verdient. Genau das fordert aktuell eine sechste Meinung, nämlich diejenige der Piraten. Der Phoenix aus der Asche entert gerade munter die Parlamente. Grotesk, handelt es sich doch um eine Partei, die am Ende aller Tage ihr eigenes Schiff kapern will: „Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen“,

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