Sexualität ist keine Sache, die wir optimieren müssen. Ariadne von Schirach

Gern gesehen, gern verteufelt

Das Feindbild FC Bayern gehört praktisch zur Bundesliga. Diese Tatsache hat aber nicht einmal Oliver Kahn gestört.

Der FC Bayern galt bisher als nationale Spitze. Durch das starke Auftreten des BVB und der damit verbundenen Investitionen haben die Bayern auch international ihren absoluten Durchbruch erreicht. Durch das Triple der vergangenen Saison wurde diese Klasse auch endlich durch Titel unterstrichen.

Wir träumen von einer Liga der Stars

Die Strahlkraft eines Champions-League-Siegers ist immens groß. Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft national und international große Anerkennung findet und sich dies auch in den Meinungen aller Fußball-Fans widerspiegelt. Auch die Verpflichtung eines großen Talents wie Thiago, den man vom großen FC Barcelona weggelockt hat, zeigt den neuen, höheren Stellenwert der Bayern. Auch wenn man jetzt in Barcelona behauptet, man habe einen Ersatzspieler teuer verkauft. Dem jungen Spanier gehört die Zukunft im Mittelfeld der Nationalmannschaft und das weiß man auch in Barcelona. Sicherlich hat Pep Guardiola einen großen Anteil daran, dass ein Spieler wie Thiago nach München wechselt. Aber nur durch die gute Arbeit der vergangenen Jahre hat überhaupt ein Guardiola in Erwägung gezogen, in die Bundesliga zu wechseln. Ich denke, es gibt kaum einen Fußball-Fan, der sich über diese Trainer-Verpflichtung nicht gefreut hat. Wir träumen doch alle davon, dass unsere Liga mit vielen Stars, wie z.B. in der Premiere League, gespickt ist.

Auch Jupp Heynckes hat großen Anteil daran, dass der Hass rund um den FC Bayern in der letzten Saison etwas verblasst ist. Seine sympathische, ruhige Art wurde überall mit Bewunderung wahrgenommen und letztendlich hat man auch gerade ihm diese Titel gegönnt. Auch das bittere Champions-League-Finale in München 2012 trug sicherlich dazu bei, dass man den Bayern den Erfolg gegönnt hat. Wenn der Gegner im Finale 2013 nicht Borussia Dortmund gewesen wäre, hätten sicherlich noch mehr deutsche Fußball-Fans den Bayern die Daumen gedrückt. So ging der BVB als Außenseiter ins Spiel, dem die neutralen Zuschauer eher den Sieg gegönnt haben.

Die Bekanntgabe des Wechsels von Mario Götze trug allerdings dazu bei, dass die Sympathiewelle abrupt gestoppt und die altbekannte Abneigung gegenüber den Bayern wieder hergestellt wurde. So wie man den Charakter eines Menschen auf Dauer kaum ändern kann, kann man auch die Bundesliga nicht in ihren Grundstrukturen ändern. Dazu gehört das allgemeine Feindbild FC Bayern München. Das sind die Bayern-Fans gewohnt und wollen es auch gar nicht anders. Getreu dem Spruch von Oliver Kahn: „Das ganze Stadion wird gegen uns sein, etwas Schöneres gibt es nicht.“ Den Titel des Liga-Darlings überlässt man dabei gerne Borussia Dortmund. Wobei sich das bei anhaltendem Erfolg des BVB auch noch etwas ändern wird.

Das Thema Arroganz gehört ins Archiv

Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass die Bayern überall gerne gesehen, aber weiterhin verteufelt werden. Erfolg schafft Sympathie und Abneigung in gleicher Weise. Es wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern, dass der FC Bayern entweder geliebt oder gehasst wird.

Dazwischen ist kaum Platz für eine andere Meinung. Das seit Jahren meistbenutzte und sozusagen weitervererbte Argument, dass die Bayern arrogant sind und man sie deshalb nicht leiden kann, gehört aber sicherlich ins Archiv und wird in der Regel von eher unwissenden Fans benutzt, die auch mal schnell was zum Thema beitragen wollen.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Andreas Althoff, Jens Peters, Alexander Endl.

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