Unter Generalverdacht

Parag Khanna28.09.2009Gesellschaft & Kultur, Politik

Sarah Palin, McCain und Co haben gegen Obama versagt. Jetzt soll General Petraeus die Republikaner anführen. Doch auch ihm war das Schlachtenglück bislang nicht hold.

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Obamas Wahlsieg 2008 hat die republikanische Partei zu einem Trümmerhaufen reduziert. Zwar war das Wahlergebnis knapper als es die weitreichende Obama-Euphorie vermuten ließe, doch der anschließende Zusammenbruch der Republikaner stellte in aller Deutlichkeit heraus, in welch schwieriger Situation sich die Partei befindet. In den Monaten nach der Wahl wurde ausgerechnet Sarah Palin, McCains miserable Vizepräsidentschaftskandidatin, als neue Heilsbringerin der Konservativen beschworen.

Der große Unbekannte

Heute herrscht die Meinung vor, dass Palin (die inzwischen von ihrem Gouverneursposten in Alaska zurückgetreten ist) wohl eher in die Wetter- und Sportsendungen der Lokalnachrichten zurückkehren sollte. Auch anderen Namen standen im Raum, wie etwa der von Mitt Romney, Gouverneur von Massachusetts und namenhafter Gegner McCains während der Vorwahlen, oder Minnesotas Gouverneur Tim Pawlenty. Aber der große Unbekannte ist General David Petraeus. Zwar leitet er momentan noch den Kommandostab der US-Armee, doch es scheint, als ob Petraeus den Kriegen im Irak und in Afghanistan genauso viel Zeit widmet wie Auftritten vor republikanischem Publikum und Gesprächen mit einflussreichen Politikern. Im 20. Jahrhundert war Dwight D. Eisenhower der einzige General, der später auch Präsident der USA wurde. Damals hatten die Vereinigten Staaten mit Eisenhower, dem später ersten Oberkommandierenden der NATO, den Zweiten Weltkrieg siegreich beendet. Doch die aktuellen Kriege im Irak und in Afghanistan sind reine Desaster. Die politische Glaubwürdigkeit von Petraeus könnte davon abhängen, ob er sich trotz seiner Vergangenheit als Chefstratege der Armee von dem Versagen der US-Militäreinsätze distanzieren kann.

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