Für Rentner ist kein Geld da

Oskar Lafontaine26.01.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Mit viel Tamtam wurde die Einigung der Groko auf die Grundrente vor einigen Monaten verkündet. Wer geglaubt hat, die Grundrente sei jetzt in trockenen Tüchern, wird wieder eines Besseren belehrt.

Die CDU-Vorsitzende, die „Waffengret“, fordert zusätzlich 35 Milliarden für die Bundeswehr, blockiert aber die Grundrente: „Die Finanzierung steht noch nicht.“ Schließlich gab sie schon vor einiger Zeit zum Besten: „Wir haben ein Sicherungssystem aufgebaut, das heute an die Grenzen des Machbaren und Möglichen stößt.“

Und die „rote Null“, Finanzminister Scholz, hat einen Überschuss von 13,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Aber für Rentner ist kein Geld da?

Merkwürdig: In unseren Nachbarstaaten ist Geld da. In Österreich hat der Durchschnitts-Rentner 800 Euro mehr im Monat. 2018 bekamen bei uns Neurentner im Schnitt 1199 Euro. Das Renten-Theater der Groko ist für die Leute, die ein Leben lang gearbeitet haben, unerträglich.

Jetzt hilft nur noch eins: Die Bundestagsdiäten sollten nicht nur an die durchschnittliche Lohnentwicklung, sondern auch an die durchschnittliche Rentenhöhe gekoppelt sein. Wie wäre es, wenn sie zum Beispiel nicht mehr als das Siebenfache der Durchschnittsrente betragen dürften? Wetten, dass die Renten dann bald spürbar steigen und die Volksvertreter, nachdem sie die gesetzliche Rente zerstört haben, wieder ihre Verantwortung für die ältere Generation entdecken würden?

Warum nehmen wir uns nicht an den Protesten in Frankreich ein Beispiel?

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