Donald Trump - Der Brandstifter

Oskar Lafontaine16.05.2018Europa, Politik, Wirtschaft

Europa muss erkennen, dass dieser Moloch systembedingt immer weiter machen wird. Die Kriege im Vorderen Orient gefährden auch Europa, aber die USA sind weit weg. Die Europäer müssen in Zusammenarbeit mit China und Russland, die den Atom-Deal mit ausgehandelt haben, eine Strategie der Eindämmung dieser kriegstreibenden US-Politik entwickeln, um einen Weltbrand zu verhindern.

78ba4f51d9.jpeg

Seit vielen Jahren ist es erklärtes Ziel der USA, Regierungen, die den wirtschaftlichen Interessen der US-amerikanischen Oberschicht im Wege sind, zu stürzen, und wenn es nicht anders geht, die jeweiligen Länder mit Krieg zu überziehen. Die bekanntesten Beispiele sind der iranische Ministerpräsident Mossadegh, der 1953 von der CIA gestürzt wurde, weil er den US-Öl-Interessen Widerstand leistete, und der chilenische Ministerpräsident Salvador Allende, der 1973 von der CIA gestürzt wurde, weil die USA in ihrem „Hinterhof“ Südamerika keine Regierung dulden, die sich Washington nicht unterwirft.

In den letzten Jahren sind die bekanntesten Beispiele Irak und Libyen, jetzt sind Syrien und der Jemen dran. Und es ist offensichtlich, dass die USA jetzt auch den Iran notfalls mit Hilfe Israels angreifen wollen. Die Kündigung des Atom-Deals kann daher nur diejenigen überraschen, die Opfer der US-Propaganda sind und die jahrzehntelange von Friedens-Schallmaien begleitete Kriegstreiberei der USA nicht einordnen können.

Systembedingt ist die weltweit stärkste militärische Macht des Kapitalismus zum Frieden nicht fähig. Rohstoffe und Absatzmärkte werden durch Militäreinsätze und über 800 Militärstationen weltweit erobert und gesichert. Deshalb sagte der französische Sozialist Jean Jaurès: „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.“ Und deshalb sagt der Papst: „Diese Wirtschaft tötet.“
Europa muss erkennen, dass dieser Moloch systembedingt immer weiter machen wird. Die Kriege im Vorderen Orient gefährden auch Europa, aber die USA sind weit weg. Die Europäer müssen in Zusammenarbeit mit China und Russland, die den Atom-Deal mit ausgehandelt haben, eine Strategie der Eindämmung dieser kriegstreibenden US-Politik entwickeln, um einen Weltbrand zu verhindern.

PS: Der neue US-Botschafter Richard Grenell, ein enger Vertrauter Donald Trumps, twitterte, die deutsche Industrie sollte ihre Geschäfte im Iran „sofort“ herunterfahren. Wenn der deutsche Außenminister einen A*** in der Hose hätte, würde er diesen undiplomatischen Lümmel einbestellen und ihm klarmachen, dass Deutschland keine US-Kolonie ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

„Coronabonds führen zu einer Verschuldungslawine, die nichts als Hass und Streit übrig lassen wird“

Der Top-Ökonom und ehemalige Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über platzende Geldpolitik-Blasen und mögliche Schuldenschnitte, warum der Euro nicht zu jedem Preis überleben muss und es anstatt Coronabonds aufzulegen sinnvoller wäre Italiens Krankenhäusern Geldgeschenke zu machen.

5 Dinge, die ich seit der Coronakrise mache

Es ist der 1. April, ein Grund genug, mal etwas anderes über die Welt in Zeiten des Coronavirus zu schreiben. Was ich jetzt mache und vor allem wie mir das gelingt, lesen sie in dieser ironisch-bissigen Satire.

Corona als Hoffnungsträger im Kampf gegen den Kapitalismus

Weltweit hoffen Antikapitalisten, die Corona-Krise könne endlich das lang ersehnte Ende des Kapitalismus einläuten. Ob in den USA, Großbritannien, Frankreich oder Deutschland: Die Argumentation der antikapitalistischen Intellektuellen ist überall gleich. Sie hatten eigentlich schon gehofft, dass

Wer soll das bezahlen?

Der Bundestag hat ein Corona-Hilfspaket von insgesamt 756 Milliarden Euro beschlossen. Um Himmels willen, wer soll das bezahlen? Wieder einmal bestätigt sich der berühmte Satz Bertold Brechts: „Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.“

Umweltpolitik degenerierte zum „Ökomoralismus

Der langjährige „Welt“-Journalist Ansgar Graw, inzwischen Herausgeber von "The European", stellt in seinem aktuellen Buch die These auf, dass wir zurzeit eine „grüne Hegemonie“ erleben. Dies mag unter anderem an der „medialen Dauerpräsenz grüner Kernanliegen“ liegen. Für die Zeit vo

Sushi-Bar, Ölheizungen und Kernkraftwerke

Die Grünen fordern in der Corona-Krise eine „Pandemiewirtschaft“, Abschalten der Kernkraftwerke, Austauschen von Ölheizungen, Eurobonds und die Aufnahme von „vulnerablen“ Flüchtlingen von den griechischen Inseln.

Mobile Sliding Menu