Ludwig Erhard plus AIG plus Lehman plus bürgerliche Werte – das ist eine Killerapplikation gewesen. Frank Schirrmacher

Olaf Scholz entlarvt Gerhard Schröder als Verschwörungstheoretiker

Donnerwetter, das hätten wir nicht gedacht. In der Talkshow “Anne Will” entlarvt der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Verschwörungstheoretiker, schreibt Oskar Lafontaine.

Als Sahra Wagenknecht die Agenda 2010 für die Ungleichheit in Deutschland verantwortlich macht, auf die Verdreifachung der Leiharbeit hinweist und sagt, dank Schröder und der SPD sei die Armutsquote so hoch wie nie, antwortet Scholz: „Niedriglohnsektor gibt es in allen Industrieländern“. Als Folge der Globalisierung. „Da war nicht irgendwer, der das politisch entschieden hat. Das glauben nur Verschwörungstheoretiker wie Trump in den USA und Wagenknecht.“

So kann man sich ins Knie schießen. Wie sagte noch Gerhard Schröder in Davos: “Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.”

Olaf Scholz war von 2002 bis 2004 Generalsekretär der SPD und von 2007 bis 2009 Arbeitsminister!

Scholz gehört zur “Führungselite” der SPD. An diesem Beispiel zeigt sich der trostlose Zustand der einst so stolzen Arbeiterpartei. Bei solch programmatischen Dumpfbacken als geistige Vorhut ist Hopfen und Malz verloren.

Der Milliardär Warren Buffet triumphierte: "Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt.“ Der Niedriglohnsektor ist das Ergebnis dieses „Klassenkampfes“, der nicht zuletzt deshalb von den Milliardären gewonnen wird, weil die ehemaligen „Arbeiterparteien“ die Seiten gewechselt haben und ins Arbeitgeberlager übergewechselt sind. In den USA waren es die Demokraten mit den korrupten Clintons, in Großbritannien die Labour Party unter Führung von Blair, in Deutschland die SPD mit dem Kanzler Schröder und in Frankreich die Parti Socialiste mit dem Präsidenten Hollande, die sich dem Zeitgeist des Neoliberalismus unterworfen haben.

Nur wenn ein junger Corbyn in der SPD aufsteht und die jetzige “Führungselite“ der Sozialdemokraten ablöst, kann sich das Blatt wieder wenden.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Sahra Wagenknecht, Ansgar Lange, Oskar Lafontaine.

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