Wir leben immer noch in einer Feudalgesellschaft

von Oskar Lafontaine17.07.2016Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Wirtschaft

Gleichheit ist der zentrale Begriff der Linken – ohne Gleichheit keine Freiheit und keine Solidarität.

Junge Menschen, die sich heute als „links“ bezeichnen, sind immer weniger an einer gerechten Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands interessiert. Zu diesem irritierenden Befund kommt der Berliner Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel: „Die Frage danach, wie sich gesellschaftlicher Wohlstand gerecht verteilen lässt, war ja seit jeher der Wesenskern linker Politik. Und der ist unter jungen Linken heute fast gänzlich in den Hintergrund getreten. Stattdessen dominieren kulturelle und identitätspolitische Themen, über die sich junges Linkssein heute definiert.“

Wir leben immer noch in einer Feudalgesellschaft

Linkssein definiert sich aber über den Kampf für eine gerechte Verteilung des gemeinsam erarbeiteten Wohlstandes. Immer noch leben wir in einer Feudal-Gesellschaft, in der die neuen „Fürsten“, die Eigentümer großer Betriebe und Konzerne, dadurch reich wurden und werden, dass sie wie früher andere für sich arbeiten lassen. Wer dieses Feudal-System nicht durch eine gerechte Wirtschaftsordnung ersetzen will, ist nicht links.

Wir brauchen mehr Égalité, liberté, fraternité

Zwar kann sich jeder als „links“ bezeichnen, aber er muss schon sagen, was er darunter versteht. In einer Welt, in der die Ungleichheit geradezu explodiert, brauchen wir junge Leute – auch Studenten -, die sich für eine gerechte Wirtschaftsordnung einsetzen und dem uneingelösten Versprechen der französischen Revolution verpflichtet fühlen: Égalité, liberté, fraternité (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit). Die Égalité (Gleichheit) steht an erster Stelle.

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