Verteidigungsministerin bleibt Kramp-Karrenbauer - Kommt jetzt die Stunde von Merz und Spahn?

Originalquelle 10.02.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Überraschende Entscheidung in Berlin: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wird nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios auf die Kanzlerkandidatur verzichten. Auch den Parteivorsitz will sie abgeben.

Zu einer überraschenden Personalie kam es in der CDU-Zentrale. Der Sturm erreichte nun auch das Konrad-Adenauer-Haus. Die derzeitige CDU-Vorsitzende gibt auf. Damit reagiert Annegret Kramp-Karrenbauer auch auf die Wahl in Thüringen, die die Werte ihrer Partei in den Keller hat sinken lassen. Angesichts der letzten Wochen halte sie es auch für „offensichtlich“, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft oder eben auch die Kanzlerkandidatur in eine Hand gehörten.

Kramp-Karrenbauer ist seit Monaten unter Beschuss. Nun will sie noch den Prozess der Kanzlerkandidatur organisieren, um später dann auch den Parteivorsitz abzugeben. Interne Missverständisse mit der Thüringer CDU hatten bereits darauf hingedeutet, dass Kramp-karrenbauer ihren Laden nicht im Griff hatte. So hatte Mike Mohring seine Alleingänge in Thüringen nicht mit der Chefin in der Berlin abesprochen. Auch in der restlichen Union rumort es gewaltig – der Kurs der Parteiführung wird von immer weniger Mitgliedern getragen.

Zur Begründung des Rückzugs sowohl vom Amt der CDU-Chefin als auch als mögliche Nachfolgerin von Angela Merkel im Bundeskanzleramt erklärte Kramp-Karrenbauer, dass viele Teile ihrer Partei ein ungeklärtes Verhältnis zur AfD und zur Linken hätten. Dagegen hatte sie sich immer wieder ausgesprochen.

Doch Kramp-Karrenbauer bleibt Verteidigungsministerin. Nach dem Rückzug der CDU-Politikerin wird möglicherweise der Weg für Friedrich Merz oder Jens Spahn frei.

AKK verzichtet auf Kanzlerkandidatur

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzlerkandidatur und will bald den CDU-Vorsitz abgeben. Die ersten Infos.

Gepostet von tagesschau am Montag, 10. Februar 2020

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