Deutschland sucht die Aufbruchskoalition | The European

Mittelstand für Jamaika!

Originalquelle 27.09.2021Medien, Wirtschaft

Die SPD wird die stärkste Fraktion im nächsten Bundestag stellen. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) gratuliert zum knappen Wahlsieg. Ob die Partei mit den meisten Stimmen auch den Kanzler stellt, ist allerdings nicht sicher. Der Verband erwartet klare Signale für die mittelständische Wirtschaft von einer neuen Bundesregierung, ganz gleich in welcher parteipolitischen Zusammensetzung. Unternehmerinnen und Unternehmer wünschen sich ein Jamaika-Bündnis, wie eine DMB-Blitzumfrage ergab.

Jamaika Koaltion, Fotolia

„Aus diesem historischen Wahlergebnis kann ein deutliches Signal der Wählerinnen und Wähler abgeleitet werden: Sie haben sich klar gegen ein ‚Weiter so‘ und für einen Aufbruch ausgesprochen!“, sagt Marc S. Tenbieg, Geschäftsführender Vorstand des DMB. Zustimmung zur bisherigen Regierungspolitik sieht anders aus.

Tenbieg weiter: „Nun kommt es darauf an, dass die Zeichen richtig gedeutet werden. Es gilt für die Parteien, die Lage schnell zu sondieren und konzentriert und transparent Verhandlungen aufzunehmen. Das Wahlergebnis zeigt, dass jetzt konstruktive Kompromissbereitschaft und keine parteipolitischen Scheuklappen gefragt sind. Mit echtem Erneuerungswillen gilt es jetzt sowohl für die SPD als auch für die Union, eine tragfähige Mehrheit zu organisieren.“

Im Wahlkampf und insbesondere in den drei TV-Triellen wurde viel zu häufig rückwärtsgewandt argumentiert und viel zu wenig über die Zukunft gestritten. Dabei ist der Mittelstand, der in der Corona-Pandemie besonders gelitten hat, höchstens als Randnotiz behandelt worden. Doch die Stärke des Mittelstands ist die Stärke des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Der Mittelstand braucht den Aufbruchsturbo!

Die beiden Volksparteien haben es nun in der Hand, das Vertrauen kleiner und mittelständischer Unternehmen für sich zurückzugewinnen. Was im ersten Schritt erwartet wird, liegt nach der langen Durststrecke in Pandemie-Zeiten auf der Hand: Ein schneller und transparenter Regierungsbildungsprozess, und ein klares Bekenntnis zum Mittelstand. Die deutsche Wirtschaft lechzt nach zügiger Entfesslung. Tenbieg ist überzeugt: „Eine neue Bundesregierung muss schnellstmöglich einen Aufbruchsturbo für den Mittelstand zünden. Wir brauchen ein Sofortprogramm mit einem Dreiklang aus Entlastung, Vereinfachung und Förderung, um gut aus der Krise zu kommen“.

Der DMB hat eine klare Vorstellung von einem Aufbruchsturbo und hierzu einen konkreten Maßnahmenkatalog entwickelt.

FDP als Zünglein an der Waage. Unternehmen wünschen sich Jamaika

Die FDP wird eine zentrale Rolle bei der Regierungsbildung einnehmen. Tenbieg dazu: “Es ist gut und wichtig, dass mit der FDP ein wirtschaftsliberales Korrektiv eine gewichtige Rolle in den anstehenden Sondierungen einnehmen wird. Wenn am Schluss die FDP das Zünglein an der Waage ist, das den Mittelstand im Zentrum eines Regierungsprogramms verankert, wäre das gut für Deutschland.“

Einer DMB-Blitzumfrage mit 618 Befragten zufolge ist jetzt ein Jamaika-Bündnis die präferierte Koalitionsoption für Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Mittelstand. 38 Prozent der befragten nannten Jamaika als beste Option. Für eine Deutschlandkoalition stimmten 34 Prozent. Die “Ampel” schnitt hingegen mit 11 Prozent verhältnismäßig schlecht ab.

Über den DMB

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch “Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!” vertritt der DMB die Interessen seiner rund 25.000 Mitgliedsunternehmen mit über 500.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.

 

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Deutschland verspielt außenpolitisches Vertrauen

Der anhaltende Krieg in der Ukraine verändert die gesamte Sicherheitsarchitektur Europas. Der russische Angriffskrieg zwingt die NATO und die EU dazu, die Bewahrung von Frieden und Freiheit in dem Teil Europas, in dem wir das große Glück haben zu leben, wieder zur vorrangigen politischen Priorit

Stirb, weil Du den Islam kritisierst

Nach dem Attentat auf den Salman Rushdie ist die westliche Intellektuellenszene schockiert. Viele Schriftsteller und Karikaturisten haben schiere Angst, dass auch sie von den Schergen Irans verfolgt werden, sollten sie etwas Islamkritisches veröffentlichen. Ein Klima der Furcht und Selbstzensur bre

Woke sein ist ok – wenn man es denn wirklich ist!

Der rechtskonservative Kongress in Texas, bei welchem unter anderen auch der ungarische Ministerpräsident Orbán eine Rede gehalten hat – hat deutlich gezeigt, dass die Rechtspopulisten etwas geschafft haben, wozu die gesellschaftspolitische Linke nicht im Geringsten in der Lage ist: eine globale

Mehrheit will keine Maskenpflicht mehr

In den vergangen beiden Jahren 2020 und 2021 war der Kampf gegen die Corona-Pandemie das maßgebliche Thema. Die Mehrheit der Bürger sprach sich für strenge Maßnahmen aus. Im laufenden Jahr hat aber nicht nur die Angst um den Frieden in Europa, sondern auch um die Versorgung mit Energie - beides

Der CumEx-Kanzler bald Ex-Kanzler?

Olaf Scholz wird mit voller Wucht von einem alten Skandal eingeholt. Die Details der Hamburger Finanzaffäre werden immer brisanter. Dabei sind die Umfragen für den Kanzler wie für die SPD ohnedies miserabel. Die Linkspartei sieht Scholz schon stürzen. Tatsächlich ist die Ampelregierung alles an

Merkel vor Kohl: So werden die Kanzler seit der Wiedervereinigung bewertet

Von 1998 bis 2005 war Gerhard Schröder Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er führte eine rot-grüne Koalition. Wenn man heute fragt, welcher Bundeskanzler seit der Wiedervereinigung die Interessen Deutschlands am besten vertritt oder dies getan hat, belegt Alt-Kanzlerin Angela Merkel (38 Proz

Mobile Sliding Menu