Christenverfolgung in der Zentralafrikanischen Republik

von Open Doors8.12.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

In der Zentralafrikanischen Republik wurde am 15. November ein weiteres Massaker verübt. Unter den mehreren Dutzend Opfern sind auch zwei katholische Priester. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Alindao im Südosten des Landes in einem Flüchtlingslager, das in der Nähe einer katholischen Kirche liegt. Auf dem Kirchengelände ist ein Kontingent der UN-Blauhelmtruppe MINUSCA stationiert.

Angriff erinnert an vergleichbare Tat im Vorjahr

Am 15. November stürmten Bewaffnete die Kathedrale von Alindao und das nahegelegene Flüchtlingslager. „Die Männer … griffen an, plünderten und setzten das Lager in Brand und töteten Frauen und Kinder; sie brannten die Kathedrale nieder, wo sie die beiden Priester töteten“, beschreibt Bischof Juan Jose Aguirre Muños von der Nachbardiözese Bangassou den Tathergang. Bei den Angreifern handelte es sich mutmaßlich um Anhänger der UPC (Unité pour la Paix en Centrafrique), einem hauptsächlich von muslimischen Fulani gebildeten Ableger der 2014 aufgelösten Séléka-Miliz. In dem Flüchtlingslager lebten zu dem Zeitpunkt mehr als 26.000 Menschen, die durch frühere Angriffe in der Stadt und den umliegenden Dörfern vertrieben worden waren.

Bereits im Mai 2017 wurden in Alindao nach einem Bericht von Amnesty International 130 Menschen getötet und dabei gezielt Christen angegriffen. Die UPC-Anhänger verdächtigten sie, mit ihr verfeindete Gruppen zu unterstützen. Eine von Amnesty interviewte Frau, die ebenso wie ihr Mann vor den Augen der eigenen Kinder vergewaltigt wurde, zitiert die Angreifer wie folgt: „Wir werden euch Christen etwas antun, das für viele Generationen in Erinnerung bleiben wird.“ Auslöser des jüngsten Angriffes sollen Zusammenstöße zwischen Milizionären gewesen sein, bei denen ein UPC-Kämpfer getötet wurde.

Wachsende Kritik an Rolle der Blauhelmsoldaten

Seit Beginn des Jahres haben fünf katholische Priester bei gezielten Angriffen ihr Leben verloren. Obwohl die UN die gehäuften Übergriffe scharf verurteilten, wird die Kritik an den von ihnen entsandten Blauhelmsoldaten immer lauter. Bischof Aguirre fasst die Beobachtungen vieler Augenzeugen zusammen: „Sobald der Angriff begann, zogen sich die mauretanischen Blauhelme von MINUSCA in ihren Stützpunkt zurück.“ Beobachter sehen in vielen Fällen die Religionszugehörigkeit islamischer Blauhelmsoldaten kritisch, da sie sich muslimischen Angreifern nur halbherzig oder gar nicht entgegenstellten.

Vom Nachrichtendienst World Watch Monitor zusammengestellte Bilder und Augenzeugenberichte enthüllten das Ausmaß der Verwüstung. Einige der Opfer wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, während andere erschossen oder mit Macheten zerstückelt worden waren.

Trotz einer über 12.000 Mann starken Friedenstruppe ist die Sicherheitslage in der ZAR weiterhin labil; drei Viertel des Landes sind von bewaffneten Gruppen besetzt, die für unzählige Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. 74 % der Bevölkerung des Landes sind Christen.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert die Zentralafrikanische Republik aktuell an 35. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Amnesty International

Quelle: Open Doors

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