Der ökologisch-industrielle Verbotskomplex der Grünen

von Oliver Luksic13.09.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Nach dem schweren Unfall am vergangenen Wochenende in Berlin, bei dem vier Menschen starben, wäre es angemessen diese Tragödie zu betrauern und den Unfallhergang sachlich aufzuklären. DUH und Grüne zögern jedoch keine Sekunde ein tragisches Einzelschicksal für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Ein geschmack- und pietätloser Stil, den man sonst von der AfD kennt. Der ökologisch-industrielle Verbotskomplex aus Grünen, DUH, Attac und Greenpeace bedient damit reflexartig niedere Instinkte mit einem Feindbild SUV.

Es kommt auf den Fahrer an, nicht auf das Auto. Nach jetzigem Kenntnisstand war das Unglück ein tragischer Einzelfall, durch ein medizinisches Problem des Fahrers ausgelöst. Es ist also nicht die Frage nach dem Auto – der Unfall wäre wahrscheinlich unter den gleichen Voraussetzungen auch mit einem Kleinwagen oder einem Familien-Van nicht anders ausgegangen – sondern vielmehr die nach der Schuld des Fahrers. Auch Unfallfor­scher sehen nicht den Fahrzeugtyp als Problem an. Hätten grüne Politiker und Aktivisten daher auch ein Ver­bot von VW Polo oder VW Sharan gefordert? SUV Fahrern vielmehr zu unterstellen, ihre besonders großen, sicheren Fahrzeuge seien der Grund für rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr, entbehrt jeder Grund­lage und ist zynisch. Die Zahl der tödlichen Unfälle mit Pkw hat sich in den letzten Jahren verringert. Einen Zu­sammenhang zwischen SUVs und Verkehrstoten herzustellen ist unseriös und Verweise auf die wachsende Bedrohung im Verkehr sind nicht korrekt. Laut Euro NCAP-Tests sind SUVs wegen der größeren Knautschzone, welche abfedernd wirkt, und der öfter verbauten lebensrettenden Assistenzsysteme sicherer für Fußgänger als Fahrzeuge der Kompaktklasse.

SUVs sind beim Kunden beliebt. Stetig wachsende Zulassungszahlen, fast ein Viertel bei den Neuzulassungen, sprechen für die Modelle. Aufgrund ihrer Flexibilität und des Stauraums sind SUVs nicht nur die „neuen Kom­bis“, wobei der Trend klar zu kleineren SUV geht. Sie bieten auch ausreichen Platz für verschiedenste An­triebstechnologien, vom Verbrenner über E- und Wasserstoffantriebe. Der höhere Preis ermöglicht zudem die Verwendung neuer Technologien und Antriebe, wie beim Audi e-tron. Der Trend zu SUVs bleibt zudem auf­grund des demografischen Wandels ungebrochen, da sie Älteren einen einfachen Ein- und Ausstieg ermögli­chen. Die Autoindustrie folgt der Nachfrage des Kunden. Statt sachlicher Argumente bricht hier eine Neidde­batte aus.

Wenn der grüne Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte jetzt „panzerähnliche Autos“ aus der Stadt verbannen will, ist das ein Beispiel für sprachliche Verrohung und Populismus, der nur noch überboten wird von der rechtlich unmöglichen Forderung der Grünen im Bundestag nach einer kommunalen „SUV-Obergrenze“. Die sprachliche CSU-Anleihe der Grünen ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Da ein Tesla S schwerer ist als ein Porsche Macan und auch schneller beschleunigt, müssten auch E-Autos aus den Städten verbannt werden. Die spaltende Verbindung von Neid und Klimapanik funktioniert aber in grüner „Logik“ nur mit SUVs.

Der irrationale grüne Kulturkampf gegen das Auto treibt immer neue Blüten, die Instrumentalisierung eines tragischen Unfalls für die Forderung nach einem SUV Verbot demaskiert grüne Politiker und Aktivisten. Dies erinnert an die Polemik der AfD nach potenziellen Straftaten von Flüchtlingen.

Grüne mögen keine Autos, Ok. Der hämische Hass auf SUV Fahrer aber leistet durch radikale Sprache auch einen Beitrag zur Spaltung der Gesellschaft. So werden diese durch „SUV töten“-Parolen zu Mördern diffamiert, anstatt einzugestehen, dass ein Unfall mit jedem Fahrzeug in dieser Situation passiert wäre.

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