Corona:TE fragt Oliver Luksic | The European

Oliver Luksic (FDP): "Auf Gesichtsschutzmasken setzen"

Oliver Luksic29.03.2020Europa, Gesellschaft & Kultur, Medien

„The European“ hat in allen Bundestagsfraktionen nachgefragt: Wie gehen Abgeordnete mit Corona um? Wie hat sich ihr Alltag geändert? Haben sie Tipps für den Bürger? Und vor allem: Wann normalisiert sich unser Leben wieder? Hier antwortet der Liberale Oliver Luksic.

Debatte Wir fragen Politiker antworten

Corona: Wir fragen, Politiker antworten

Wir sind weitgehend gehalten, unsere vier Wände nicht zu verlassen und uns maximal gemeinsam mit den Menschen aus unserem Haushalt draußen aufzuhalten. Sind Sie zufrieden mit der Disziplin, mit der offenkundig die meisten Mitmenschen das Kontaktverbot befolgen? Oder sind Sie besorgt, dass wegen des Regelbruchs durch einzelne letztlich Ausgangssperren kommen müssen?

Oliver Luksic: Meiner Wahrnehmung nach aber haben die Bürger im Saarland sich die Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus zu Herzen genommen. Hier funktioniert die Zivilgesellschaft, was man auch an den vielen tollen Initiativen etwa zur Nachbarschaftshilfe sieht.

Politiker haben gewöhnlich viele Termine, nun aber sind auch Sie gezwungen, viel Zeit daheim zu verbringen. Haben Sie aus den ersten Tagen Tipps für Ihre Mitmenschen zur Hand? Welches Buch sollte man lesen, welchen Film schauen, welcher Musik lauschen, welchem Hobby frönen?

Oliver Luksic: Es ist schon sehr ungewohnt, so wenig Zeit im „Büro“ und in Gesprächen zu verbringen. Aber neben Telefon und E-Mails bin ich aktuell ständig in Videokonferenzen. Die FDP-Bundestagsfraktion ist digital gut aufgestellt und auch in dieser Ausnahmesituation weiter arbeitsfähig, etwa durch unser fraktionsinternes Intranet.

Neben dem Home Office ist für mich das Home Schooling meiner Kinder aktuell sehr wichtig. In Sachen digitale Bildung ist ein großer Innovationssprung notwendig.

“Freue mich über diese besonders guten Bücher”

In meiner Freizeit freue ich mich, gerade angesichts der vielen Stunden vor Bildschirmen, dann aber besonders über gute Bücher. Beispielsweise „Verantwortung“ von Nils Heisterhagen, „Die Vereindeutigung der Welt“ von Thomas Bauer oder „Die Grünen an die Macht“ von Ansgar Graw. Leider bleibt aber oft zu wenig Zeit zum Lesen, Tennis oder Fußball fällt leider ebenfalls flach. Daher ist es schön, derzeit ab und an den Frühlingsanfang für Radfahren mit Kindern, Waldspaziergänge oder Gartenarbeit zu nutzen.

Wie lange wird es dauern, bis Deutschland zur weitgehenden Normalität zurückkehren, Kinder wieder zur Schule gehen und wir alle uns abends in Kneipen, bei Sportveranstaltungen oder in Konzerten und Theatern treffen können?

Oliver Luksic: Der Ausnahmezustand, den wir gerade erleben, kann nicht zur Regel werden. Die sozialen und ökonomischen Folgen sind bereits gewaltig und werden mit jedem zusätzlichen Tag zunehmen. Gleiches gilt auch für die Begrenzung bürgerlicher Freiheiten und Rechte. Die Bundesregierung muss daher gemeinsam mit den Ländern bereits heute ein Ausstiegsszenario skizzieren, sozusagen Plan B vorbereiten. Andernfalls erwarten uns schwere gesellschaftliche Verwerfungen.

“Einsatz von Gesichtsmasken ist nötig”

Ein Paradoxon der ganzen Situation ist zudem, dass je erfolgreicher die Bekämpfung bzw. Verlangsamung des Virus läuft, umso länger der Weg zur Herdenimmunität dauert und damit zum Ende der Krise. Wir können aber nicht dauerhaft auf Ausgangssperren für die ganze Bevölkerung setzen. Daher sollten wir in Deutschland auch auf den Einsatz von Gesichtsmasken setzen. Sie erhöhen nicht nur den Schutz für den Träger, sondern verringern vor allem die Chance der Übertragung. Das ist, wie man in asiatischen Ländern sehen kann, ein wichtiger Ansatz.

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In der Reihe “The European”-Reihe “Wir fragen, Politiker antworten” hatte bereits die SPD-Politikerin Dagmar Freitag zum Thema Corona Stellung bezogen.

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