Mit Superlativen sollten wir zurückhaltender umgehen. Klaus Töpfer

Jean-Claude Juncker mit Freiheitspreis der Medien ausgezeichnet

In feierlicher Atmosphäre hat der amtierende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee den renommierten Freiheitspreis der Medien entgegen genommen. „In politisch schwierigen Zeiten für die Europäische Union hat sich Jean-Claude Juncker als ein geduldiger und großer Brückenbauer Europas erwiesen“, hieß es in der Begründung der Jury.

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Die Preisübergabe war gleichzeitig der glamouröse Schlusspunkt eines beeindruckenden, fünfjährigen Gipfeljubiläums.

Dem “Jahresauftakt für Entscheider”, zu dem das Verlegerpaar Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimer alljährlich ein hochkarätiges Publikum an den Tegernsee laden, wurde mit der Verleihung des Freiheitspreises der Medien eindrucksvoll die Krone aufgesetzt. In diesem Jahr bekam die renommierte Auszeichnung der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude-Juncker verliehen, nach Michail Gorbatschow, Reinhard Kardinal Marx, Jens Weidmann und Christian Lindner in den Jahren zuvor.

In der Begründung der Jury hieß es: „In politisch schwierigen Zeiten für die Europäische Union hat sich Jean-Claude Juncker als ein geduldiger und großer Brückenbauer Europas erwiesen. Das Vorantreiben des europäischen Einigungsprozesses ist für den ehemaligen luxemburgischen Premier nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern eine erfolgreiche Pflicht geworden. Er verkörpert eine Vision der Völkerverständigung jenseits von Nationalismus, Fremdenhass und Intoleranz. Juncker, der Krisenmanager, der mehrere Fremdsprachen fließend beherrscht, vermochte in Zeiten von Populismus, Flücht¬lingskrise und Brexit die Einheit Europas im Geiste von Solidarität und Humanismus zu wahren. Der versierte Gesprächs- und Verhandlungspartner bekennt: „Europa hat eigentlich alles, was wir brauchen, vor allem seine vielen Farben. Und nur das Miteinanderleuchten dieser vielen Farben wirft das richtige Licht auf Europa.“

Mit Jean-Claude Juncker wolle man auch die europäische Idee insgesamt würdigen, betonten die Verleger. 2019 werde mit wegweisenden Europawahlen ein Schlüsseljahr für die EU. Juncker, hoben sie hervor, sei da ein wohltuend ausgleichender Mutmacher in hitzigen Zeiten. „Europa“, so sagten es die Verleger noch einmal deutlich, „Europa ist unsere Herkunft, und auch unsere Zukunft. Alles auf diesem Gipfel habe eine Melodie gehabt, und das war die Melodie Europas.“

„Ohne Pressefreiheit gibt es keine Demokratie“, sagte der EU-Kommissionspräsident in seiner Dankesrede. Er halte die Medienfreiheit für essentiell. Juncker kritisierte, dass auch in einigen Mitgliedsstaaten der EU die Kultur des offenen Wortes Schaden nehme: “Es gibt Mitgliedsstaaten in der EU, die einen sehr legeren Umgang mit der Meinungsfreiheit pflegen.” In Anwesenheit des ehemaligen britischen Handelsministers Greg Hands zeigte er sich zugleich besorgt über den Brexit: Der Brexit ist und bleibt für mich eine Tragödie. Und hätte verhindert werden müssen."
Der Präsident fühlte sich sichtbar wohl auf dem Festakt, den Popstar Mano Michael, Gründer des größten europäischen Chores, musikalisch umrahmte. “Ich habe mich gefreut, heute Abend hier zu sein. Und ich behaupte einfach, diesen Preis habe ich verdient”. Der Preis ist ein Kunstwerk: Künstlerin Suse Kohler gestaltete einen Preis, der das Porträt Ludwig Erhards auf mundgeblasenem Glas in einen Ulmenholzsockel gefasst, präsentiert.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Reinhard Olt, Vera Lengsfeld, Martin Lohmann.

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