Nur weil in einer Herde von Schafen eines schwarz ist, ist nicht gleich die ganze Herde schwarz. Bernd Heinrich Graf

Wirtschaftskriminalität in Deutschland auf Rekordhoch

Über 74.000 Fälle von Wirtschaftskriminalität zählte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr in Deutschland. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Vor allem ein Fall sorgt für Aufsehen.

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Es ist ein deutlicher Anstieg, den das Bundeskriminalamt jüngst mit Blick auf die Wirtschaftskriminalität in Deutschland verkünden musste. Ein Schadensplus von 25 Prozent auf eine Gesamtsumme von 3,74 Milliarden Euro sind das Ergebnis von 74.070 gezählten Fällen. Auch diese Zahl ist um 28,7 Prozent höher als noch 2016. Die Dunkelziffer dürfte wohl noch deutlich höher liegen. Das BKA geht davon aus, dass viele Delikte gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden.

Vor allem das Internet wird immer mehr zum bevorzugten Ort des Verbrechens. Das Netz schaffe neue und vielfältige Tatgelegenheiten, bezog das BKA Stellung. Auch Betrugsfälle mit Blick auf die Geldanlage in Kryptowährungen haben zugenommen. Ebenso solche mit Fake-Aktien oder Fake-Indizes. Anleger werden hier mit aggressiver Werbung auf die jeweiligen Seiten gelockt.

Der prominenteste Fall jedoch kommt aus Dresden und ist eher klassischer Natur. Der Gründer sowie frühere Führungskräfte des Finanzdienstleisters Infinus sollen über Jahre hinweg über 20.000 Anleger um ihr Geld gebracht haben. Der entstandene Schaden: 150 Millionen Euro. Die Gerichtsverhandlung läuft noch.

Im Vergleich mit anderen Straftaten kommt der Wirtschaftskriminalität mit einem Anteil von 1,3 Prozent eine geringere Bedeutung zu. Was die Schadensumme angeht, sind die Vorfälle aus dem Bereich jedoch für fast die Hälfte des gesamten Schadens, der durch kriminelle Handlungen verursacht wird, verantwortlich.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Gabriel Felbermayr, Markus Ross, Mario Ohoven .

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