Ökologie ist kein Badeschlappenthema, sondern eine wirtschaftliche Chance. Karl-Theodor-zu Guttenberg

Hans-Werner Sinn glaubt an Euro-Ausstieg Italiens

Der Ökonom und frühere Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn ist für seinen Scharfsinn bekannt. Vor bitteren oder unliebsamen Wahrheiten scheut er sich nicht. Im Gegenteil: Er spricht sie oft und gerne schonungslos aus. Und so sagt er mit Blick auf Italien: Der Austritt des Landes aus dem Euro sei „wahrscheinlich“.

Wie lange bleibt Italien noch Mitglied der Währungsunion? Womöglich nicht mehr lange. Das zumindest glaubt der berühmte Ökonom und ehemalige Wirtschaftsweise Hans-Werner Sinn. „Wenn Deutschland sich sträuben sollte, Geld zu verschenken oder weitere Bürgschaften zulasten nachfolgender Generationen zu geben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Italien den Euro aufgibt“, schrieb er in einem Beitrag für die Wirtschaftswoche.

„Geld her, oder wir treten aus – das könnte die versteckte Drohung künftiger italienischer Regierungen sein.“ Lega und Fünf-Sterne-Bewegung, deren Bündnis nun allem Anschein nach doch zustande kommt, hatten bereits angekündigt, sich um Schuldenerleichterungen sowie einen Schuldenschnitt bemühen zu wollen.

Ob sich die EU darauf einlässt? Argumente dafür gäbe es. Italiens Anteil am BIP der Eurozone liegt bei 15,4 Prozent, der an den öffentlichen Schulden bei 23,4 Prozent. Inwieweit der Euro einen „Italexit“ verkraften kann darf daher als fraglich gelten. Anderseits muss auch gefragt werden, wie lange der Euro Italien in seiner momentanen Situation noch verkraftet. Die Staatsschulden des Landes liegen inzwischen bei 2,3 Billionen Euro, was 130 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Die Banken sitzen auf faulen Krediten in Höhe von 90 Prozent ihres gesamten Eigenkapitals.

Lega und Fünf-Sterne könnten – wie bereits angekündigt – mit einer Parallelwährung versuchen die italienische Wirtschaft wieder neu anzukurbeln und aufzustellen. Genau das hält Sinn für wahrscheinlich, da sich das höhere Defizit anders wohl kaum finanzieren ließe. „Eine Parallelwährung würde dazu dienen, die EU-Partner gefügig zu machen. Andererseits böte sie die Option, sofort aus dem Euro-Verbund auszutreten.“, so der Ökonom.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Reinhard Olt, Joachim Starbatty, Sven Giegold.

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