So wahrscheinlich wie die Sichtung von E.T.

von Myriam Dunn Cavelty9.01.2011Außenpolitik

Die in den Medien verbreitete Angst vor einem kommenden oder bereits stattfindenden Cyberkrieg ist Blödsinn. Zunächst einmal wird es keinen elektronischen Krieg geben, denn der ist etwas anderes als die befürchtete Industriespionage. Und auch in der Zukunft ist elektronische Kriegsführung nicht sinnvoll.

Nun ist sie auch in Europa angekommen: die Cyberangst. Die Medien sind voll von Artikeln über den digitalen Erstschlag (Stichwort Stuxnet) und über den Krieg, der eher früher als später kommt bzw. eigentlich bereits irgendwie da ist (Stichwort Stuxnet). Der unlimitierte Cyberkrieg ist die ultimative Form des Kriegs: Er ist viel billiger als der konventionelle Krieg, relativ unblutig und im Hui vorbei. Der Angreifer bleibt vollständig anonym und ist deshalb vor Vergeltung sicher. Ein paar Viren hier, ein paar Würmer da, ein bisschen Hacken ohne Warnung, und schon liegt ein Land danieder, denn alle lebensnotwendigen Infrastrukturen sind manipuliert oder sabotiert.

Es geht hier nicht um Krieg

Ganz schön beängstigend, solche Schreckensszenarien. Nur gut also, dass diese Art des Cyberkriegs nur knapp wahrscheinlicher ist, als dass Außerirdische hier landen werden. Niemand bestreitet, dass wir als Gesellschaften außerordentlich vernetzt und abhängig und deshalb, theoretisch, verwundbar“ sind. Aber das Verunstalten von Webseiten ist kein Cyberwar. DDoS-Attacken, auch wenn Banken betroffen sind, sind kein Cyberwar. Das Ausspionieren von Regierungsgeheimnissen oder der Klau von Wirtschaftsgeheimnissen mithilfe von Computern ist kein Cyberwar.

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