Halbwahrheiten über den Klimawandel sind mittlerweile endemisch James Hoggan

Herr Dobrindt - Sie missachten die Bibel!

Für den Dialog der Religionen und das friedliche Zusammenleben in Deutschland ist der Beitrag der hier lebenden Muslime unverzichtbar. Und deshalb gehört der Islam zu Deutschland.

“Der Islam gehört, egal in welcher Form, nicht zu Deutschland.” So haben Sie es doch formuliert, Herr Dobrindt.

Aber warum soll der Islam Ihrer Meinung nach nicht zu Deutschland gehören? Immerhin leben in Deutschland mehr als fünf Millionen Menschen muslimischen Glaubens.

Sie als christlicher Politiker missachten die Bibel, Herr Dobrindt

Sie missachten mit Ihrer Aussage nicht nur deren gesellschaftlichen Beitrag, sondern auch noch die Worte der Bibel:

Bei Johannes 13,34 f. (siehe auch Joh 15,9-17) sagt Jesus: “Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.”

Von dieser Liebe Ihren Mitmenschen gegenüber ist bei Ihnen wenig zu spüren. Dabei ist sie das wichtigste Gebot Jesu.

Im Paulusbrief an die Galater (5,22) heißt es: “Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe.”

Was ist die Frucht Ihres Geistes, Herr Dobrindt? Sie schüren nur Ausgrenzung und Hass.

Jesus äußerte sich in der Bergpredigt über den Hass: “Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig.“ (Mt 5,22).

Gott befiehlt, dass wir uns mit unserem Bruder im Herrn aussöhnen, bevor wir vor den Herrn kommen (Mt 5,23-26).

Sind Menschen, egal welcher Religion sie angehören, nicht Brüder und Schwestern, wenn man Jesus im Herzen trägt, Herr Dobrindt?

Hass ist so abscheulich für Gott, dass er sagt, dass ein Mann, der hasst, in Dunkelheit geht, im Gegensatz zum Licht (1. Joh 2,9 & 11).

Die schlimmste aber ist eine Person, die vorgibt, aus religiösen Motiven zu handeln, aber in Feindschaft mit seinem Bruder lebt.

Die Heilige Schrift sagt, dass solch eine Person ein Lügner ist (1. Joh 4,20), und dass sie zwar Menschen täuschen kann, aber nicht Gott.

Wie viele Gläubige täuschen ihren christlichen Lebensstil nur vor und schüren in Wirklichkeit Feindseligkeit und Hass?

Hass zerstört von innen. Er produziert Bitterkeit, die sich in unsere Herzen und in den Verstand frisst.

Daher ist in der Bibel zu lesen, dass wir “keine bittere Wurzel” in unserem Herz aufwachsen lassen sollten (Hebr 12,15).

Hass zerstört auch das persönliche Zeugnis eines Christen, weil es ihn aus der Gemeinschaft mit Gott und anderen Gläubigen fernhält. (1. Joh 1,9; 2,1).

Sie als gläubiger Mensch, Herr Dobrindt, haben gegen all diese Gesetze verstoßen.

Wissen Sie, wie Jesus Menschen nannte, die wie Sie handelten?

Warum tun Sie das? Wie können Sie sich als Christ bezeichnen und gleichzeitig gegen fundamentale Werte des Christentums verstoßen?

Wissen Sie, Herr Dobrindt, wie Jesus solche Menschen bezeichnete? Er nannte sie Heuchler!

Ein Kennzeichen der Heuchelei ist es, den anderen mit aller Schärfe zu verurteilen und so zu tun, als ob man selbst rein wäre (Mt 7,5).

Herr Dobrindt, eine werteorientierte und tolerante Kultur wie die deutsche kann sich doch hoffentlich gegen den Versuch behaupten, Kultur und Religion als Mittel der Ausgrenzung zu missbrauchen.

Goethe schrieb Ähnliches unter Bezug auf den Koran

Das wäre übrigens auch Goethe, dem großen deutschen Dichter, nicht eingefallen.

Der schrieb vielmehr, basierend auf Vers (2:115) im Koran, in seinem West-Östlichen Divan: “Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident. Nord und südliches Gelände ruht im Frieden seiner Hände. Er, der einzige Gerechte, will für Jedermann das Rechte.”

Für den Dialog der Religionen und das friedliche Zusammenleben in Deutschland ist der Beitrag der hier lebenden Muslime unverzichtbar. Und deshalb gehört der Islam zu Deutschland.

Frei nach Wilhelm Busch lautet also der Beschluss dass Dobrindt noch was lernen muss. In diesem Sinne Schalom und Salam, Herr Dobrindt!

Quelle: Huffpost

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Hamed Abdel-Samad, Florian Spichalsky, Gunter Weißgerber.

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