Individuelle Freiheit durch Waffen sch√ľtzen?

von Michael Klonovsky6.04.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Ein Staat w√ľrde es sich dreimal √ľberlegen, die individuellen Freiheiten anzutasten, wenn jeder B√ľrger daheim ein Gewehr im Schrank h√§tte. Diese Feststellung stammt nicht von mir, sondern von Friedrich Engels (w√∂rtlich: “Welche Regierung w√ľrde es wagen, die politische Freiheit anzutasten, wenn jeder B√ľrger ein Gewehr und f√ľnfzig scharfe Patronen zu Hause liegen hat?”

Der Marx-Dioskure mag nicht geahnt haben, wie sehr seine Worte auf sozialistische Regierungen zugetroffen haben w√ľrden und es immer noch tun, doch sie sind und bleiben richtig. Es gibt kein besseres Mittel zur Verhinderung einer Diktatur ‚Äď mag sie auch auf Samtpf√∂tchen und schnurrend Einzug halten wie jene von Gerorge Soros und seinen Spie√ügesellen finanzierte ‚Äď, als bewaffnete B√ľrger. Ich gehe davon aus, dass das den Diktatoren in statu nascendi v√∂llig klar ist, weshalb die Kampagnen gegen die Freiheit des Waffenbesitzes immer wieder angestachelt werden, w√§hrend die westlichen Staaten der Gegenwart den Waffenbesitz von Kriminellen weder verhindern k√∂nnen noch problematisieren. Auch virile beutelustige Einwanderer ben√§hmen sich in Gebieten, wo die B√ľrger Waffen besitzen oder gar tragen, deutlich friedfertiger als beispielsweise auf dem Alexanderplatz, dem G√∂rlitzer Park oder am Kottbuser Tor. Gerade in √ľberalterten Gesellschaften stellt das Schie√üeisen jene Waffengleichheit her, die den k√∂rperlich √úberlegenen erfolgreich abschreckt. Wenn der Mob durch die Stra√üen zieht ‚Äď und wer bezweifelt, dass auch uns dies, wenngleich wahrscheinlich nur in schlechteren Wohngegenden, eines Tages bevorsteht, zum Beispiel weil kein Schutzgeld (= Hartz IV) mehr gezahlt werden kann? ‚Äď, ist es doch ein beruhigendes Gef√ľhl, daheim das Magazin zu f√ľllen und zu wissen, dass die drau√üen es ebenfalls wissen…

Nun kommen die Gegenbeispiele. Der Drogenkrieg in Mexiko etwa, dem Stammland der illegalen Waffen. Aber w√ľrde dieser Krieg an St√§rke zulegen, wenn jeder Normalmexikaner daheim eine Knarre h√§tte, oder doch eher abflauen? Das k√§me auf den Versuch an. (“Mexiko ist eines der gef√§hrlichsten L√§nder der Welt. Viele wollen sich mit einer eigenen Waffe sch√ľtzen. Doch der Kauf ist extrem kompliziert und kontrolliert” ‚Äď mehr hier). Und die Amokl√§ufe in den USA! Das ist das K√∂nigsargument, unabweisbar, ersch√ľtternd, jede Diskussion beendend. Nun, es gibt f√ľr ein echtes Problem nie die L√∂sung, sondern immer nur die F√ľr-und-Wider-Abw√§gung. Wie viele Messerattacken h√§tten durch Schusswaffen verhindert werden k√∂nnen! Wie rasch h√§tte der Wachschutz Breivik in einem US-amerikanischen Sch√ľler-Camp am Weitermorden gehindert! Wie schnell finden Attent√§ter in Israel den Weg zu den 72 Huris!

Der Vorsto√ü, den Besitz automatischer Waffen einzuschr√§nken, ist nach dem Massaker von Las Vegas angebracht. Mehr aber nicht. Die Heuchelei bei der Berichterstattung √ľber Schusswaffentote in √úbersee beginnt damit, dass die Relationen nie bekannt gemacht werden. Die meisten davon sind n√§mlich Selbstm√∂rder (gewisse Wahrheiten klingen zynisch, ohne es zu sein: Es ist f√ľr die Aufr√§umtrupps viel angenehmer, solche Suizidanten wegzuschaffen als Springer oder sich-vor-den-Zug-Schmei√üer). Beim Rest wiederum handelt es sich √ľberwiegend um Tote bei K√§mpfen im kriminiellen Milieu, also Menschen, die den Mord und das Ermordetwerden zum Bestandteil ihrer Lebensphilosophie gemacht haben, meistens √ľbrigens von Schwarzen erschossene Schwarze, was auch der Grund ist, warum dar√ľber kaum berichtet wird. Die Amoklauf-Opfer sind zwar am spektakul√§rsten, aber weitaus am seltensten.

Man erwarte kein Res√ľmee von mir. Ein Mann mag frei sein ohne Waffe. Mit Waffe ist er freier.

PS: “Wir sind”, bemerkt Leser *** zum Waffen-Thema, “sozusagen einen Staatsvertrag eingegangen, der das Gewaltmonopol an die daf√ľr von uns finanzierten Stellen √ľbertr√§gt. Daf√ľr erwarten wir von den zust√§ndigen Stellen umfassende innere und √§u√üere Sicherheit, sowie eine unabh√§ngige Justiz, die Kriminelle tats√§chlich straft. Was bedeutet es aber nun, wenn unsere Sicherheit in immer geringerem Umfang gew√§hrleistet wird und selbst √ľble Straft√§ter, wenn √ľberhaupt, mit Bew√§hrung davon kommen? Das l√§uft mehr und mehr auf eine einseitige K√ľndigung dieses Staatsvertrages hinaus. Nur echte freie B√ľrger haben das Recht, Waffen zu besitzen und zu f√ľhren, Untertanen aus Sicherheitsgr√ľnden f√ľr die herrschende Klasse nicht. Eine Schusswaffe stellt auch f√ľr im Regelfall k√∂rperlich unterlegene Frauen einen Gleichmacher dar und versetzt diese in die Lage, ihre k√∂rperliche Unversehrtheit durchzusetzen. Voraussetzung dabei ist aber stets die mindestens ausreichende Beherrschung der Waffe durch entsprechendes Training.”

PPS: “Verehrter Herr Klonovsky, immer wieder wird mi√üverstanden ‚Äď wie auch bei dem von Ihnen zitierten Leser ‚Äď, da√ü das Gewaltmonopol des Staates auch den Verzicht auf private Waffen einschlie√üt. Das ist ein gef√§hrlicher Trugschlu√ü. Das Gewaltmonopol des Staates bezieht sich auf die Gerichtsbarkeit und nicht auf die Aus√ľbung unmittelbarer Gewalt.
Der B√ľrger hat nur insofern einen entsprechenden Vertrag geschlossen, als er dem Staat die exklusive Gerichtsbarkeit √ľbertr√§gt. Das hei√üt, er verzichtet auf Lynchjustiz oder z.B. Clangerichtsbarkeit (gibt es ja mittlerweile wieder bei uns). Das leuchtet sofort ein, wenn man sich eine Notsituation vorstellt, in der man nur durch Waffeneinsatz seine Gesundheit und sein Leben sch√ľtzen kann. Schlie√ülich hat nicht jeder B√ľrger ‚Äď au√üer nat√ľrlich den paar Privilegierten, die das Waffenverbot exekutieren ‚Äď einen oder mehrere Bodyguards.
√úbrigens wurden ‚Äď soviel ich wei√ü ‚Äď nach der Machtergreifung der Nazis als erstes die Juden entwaffnet und damit weitgehend wehrlos gemacht.”

Quelle: “Acta diurna”:https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/798-28-maerz-2018

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