Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Ludwig Wittgenstein

Sind deutsche Neonazis oder Rechtextremisten nie geistig verwirrt?

Warum sind deutsche Neonazis oder Rechtextremisten nie geistig verwirrt, egal was sie tun, und Orientalen, die den Namen ihres Gottes rufend Autos in Menschenmengen steuern oder Unreine niedermessern, fast immer? Verdient dieser seelisch labile Menschenschlag, den wir oder einige Edle unter uns ins Land gerufen haben, am Ende bloß mehr Unterstützung und menschliche Nähe?

Neueste Fragen eines lesenden Arbeiters

Die erste: Gehören eigentlich, geehrter sozialdemokratischer Minister S. Gabriel, der Hamburger Messer-Araber, der mesopotamische Maschinenpistolero zu Konstanz oder jene ca. 70 Nafris, die in Dresden-Neustadt aufeinander eindroschen (ich schreibe aus experimenteller Neugier „Nafris“, ich meine, die Kahane-Stasi hat diesen Terminus in ihre Lösch-Algorithmen eingespeist), gehören diese uns Zugelaufenen, die hier selbstredend nur als Pars pro toto stehen sollen, weitere Beispiele gäbe es ja zuhauf, gehören sie denn also auch zum „Pack“? Oder muss der damit bezeichnete Biomüll immer und ausschließlich biodeutsch sein?

Die zweite: Warum sind deutsche Neonazis oder Rechtextremisten nie geistig verwirrt, egal was sie tun, und Orientalen, die den Namen ihres Gottes rufend Autos in Menschenmengen steuern oder Unreine niedermessern, fast immer? Verdient dieser seelisch labile Menschenschlag, den wir oder einige Edle unter uns ins Land gerufen haben, am Ende bloß mehr Unterstützung und menschliche Nähe?

Die dritte und für heute bereits letzte: „Der Rechtsstaat darf nicht dem Schutz der Bürger geopfert werden“, schreibt der Berliner „Tagesspiegel“; Deutschland werde „mit Taten wie in Hamburg leben müssen“. Uns an spezielle Hamburger Vorkommnisse zu gewöhnen, waren wir staunend aus der Ferne Zuschauenden ja schon bei der G20-Begleitkirmes gehalten. Warum aber schreibt nie ein Journalist und hat es nie geschrieben, dass wir uns auch an brennende Asylbewerberheime gewöhnen müssen (in Rede stehen hier ausschließlich diejenigen Heime, die nicht versehentlich oder vorsätzlich von ihren Insassen angesteckt werden)? Warum fordert uns niemand auf, wir mögen uns an rechtsextremistische Morde wie jene gewöhnen, die dem NSU angelastet werden? Warum sollen wir uns nicht einmal an Pegida und Björn Höcke gewöhnen dürfen, an Import-Messermänner und -Bombenbastler aber schon?

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Ulla Jelpke, Katja Kipping, Boris Palmer.

Leserbriefe

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Mehr zum Thema: Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus

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