Die Verschmutzung des Marktplatzes der Ideen ist die größte Umweltkrise unserer Zeit. James Hoggan

Folgt der Sandale!

Nicht jeder Vermarkter wirbt erfolgreich, nicht jeder setzt die richtigen Medien ein. Trotz Krise gibt es aber immer noch Führungskräfte, die mit Anerkennung werben und umworben werden. Der Schlüssel zur erfolgreichen Vermarktung bleibt somit die Kreativität, findet Werbelegende Michael Conrad.

Grundsätzlich von Krise zu reden ist Quatsch. Es gibt schlechte Werbung und es gibt gute Werbung. Und das, seit es Werbung gibt. Klischiertes, Destruktives, Unmenschliches repräsentiert die Masse und ist nicht konkurrenzfähig. Frische Ideen, exzellent ausgeführt, die neue Standards setzen innerhalb der Kategorie des Produkts oder innerhalb aller Kommunikation, sind rar wie Hornbach. So fliegt das meiste an den Menschen vorbei und mit ihm das investierte Geld. Wenn es eine Krise gibt, dann ist sie selbst gemacht.

Zwei paar Sandalen bestellt

Werben macht bekannt oder verführt. Werbung gehört zum Vermarkten. Ohne Werben läuft nichts. Ich habe letzten Samstag zwei Paar Sandalen bestellt. Bei einem Sandalenmacher in Freiburg. Seine Website hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Er erzählte mir von seiner Klientel vor 2004. Sie kam von Freiburg und Umgebung. Dann machte ihm ein Freund seine Website. Logistisch sehr gekonnt bearbeitet. Googeln Sie “Sandalen”, Sie finden ihn unter den ersten acht Adressen. Hier wirbt er für seine Produkte. Erfolgreich. Heute bekommt er Aufträge aus aller Welt.

Apple, Nike und Sixt

Natürlich, nicht jeder Vermarkter wirbt erfolgreich. Nicht jeder Vermarkter setzt die richtigen Medien ein. Werben reicht vom Bekanntmachen bis zur Verführung. Werbestücke werden bewundert oder verachtet. Apple, Nike, Sixt, Audi, Dove, Axe, Johnny Walker, Oasis, “The Best Job In The World”, die Schweizer Felsenputzer, Obamas Wahlkampagne, The Zimbabwean Newspaper, T-Mobile, Sony, Honda, Burger King, Red Cross Portugal, Hornbach – wie schon erwähnt – und so weiter. Beispiele mit einem hohen “Wiedersehen-macht-Freude-Faktor”, inspirierend gedacht und brillant gemacht. Das sieht nicht nach Krise aus. Sondern mehr nach hervorragender kreativer Führung.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Joachim Nikolaus Steinhöfel, Guido Walter, Jo Groebel.

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