Reinhard Marx’ großzügige Spende an umstrittene Seenotrettung | The European

Katholische Bistümer finanzieren "Sea-Eye"-Schiff für illegale Migration

Martin Walzer1.02.2021Europa, Medien

Großzügig hat sich der Münchner Kardinal Reinhard Marx mit einer Geldspende von 50.000 Euro an die Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye gezeigt. Die umstrittene NGO, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettet und damit oftmals internationale Rechtsbrüche für illegale Migration einkassiert, erhielt das Geld aus dem Etat der Erzdiözese München und Freising. Auch andere Bistümer haben gespendet.

Reinhard Kardinal Marx trägt Chorkleidung und ein Kreuz, Foto: IMAGO / Sven Simon

Das Geld sei für soziale, karitative und weltkirchliche Zwecke zu verwenden, hieß es aus München. Auch andere deutsche Bistümer haben sich finanziell beteiligt, so das Erzbistum Paderborn mit 50.000 Euro und Trier mit 25.000 Euro Die finanzielle Unterstützung dient dazu, die Überführung des Schiffs Sea-Eye 4 ins Mittelmeer zu finanzieren. Die Erzdiözese München und Freising unterstützt mit 50.000 Euro aus ihrem Katastrophenfonds zudem die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée. 2018 spendete der Kardinal bereits 50.000 Euro an den Seenotrettungsverein Mission Lifeline. Sea-Eye soll seit 2015 an der Rettung von mehr als 15 000 Menschen.

Reinhard Kardinal Marx

Reinhard Kardinal Marx zählt zu einem der bekanntesten deutschen Kirchenfürsten, der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx. Bis 2020 war er der Chef der Deutschen Bischofskonferenz und maßgeblich an der Reform der katholischen Kirche und am synodalen Weg beteiligt. „Der Synodale Weg ist ein Gesprächsformat für eine strukturierte Debatte innerhalb der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Er soll der Aufarbeitung von Fragen dienen, die sich im Herbst 2018 nach der Veröffentlichung der MHG-Studie über sexuellen Missbrauch in der Kirche ergeben haben.

Der Münchner Kardinal, der in einem luxuriösen Palais unweit des “Bayerischen Hofes” in der Münchner Innenstadt residiert, einen BMW 7er mit dem Kennzeichen “KM” fährt, kommt eigentlich aus einem eher konservativen Milieu. Seine Karriere verdankt er dem ehemaligen Erzbischof, späteren Kardinal und Papa-Emeritus, Joseph Ratzinger. Nach seiner Ernennung zum Kardinal hat Marx dann liberalere Wege eingeschlagen. Schon früh veröffentlichte er ein Buch gegen den Materialisten Karl Marx und dessen religionsfeindliche Ideologie und stellte dem Kommunismus als Weltprinzip die katholische Soziallehre gegenüber. Heftige kritik musste Marx 2016 einstecken, als er bei einem Besuch auf dem Jerusalemer Tempelberg sein Brustkreuze abnahm. Kardinal Reinhard Marx und sein evangelischer Kollege Bischof Heinrich Bedford-Strohm, beide Männer prägt seit Jahren eine tiefe Freundschaft, bezogen öffentlich Prügel, weil sie auf dem Tempelberg ihre Kreuze abgelegt hatten und damit die Insignien des christlichen Glaubens versteckten. Diese Geste wurde als eine Unterwerfung an den Islam verstanden.

 

 

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