Coronavirus – doch aus dem Labor in China? | The European

US-Geheimdienst: Ist Coronavirus doch ein Laborunfall?

Martin Walzer25.05.2021Medien, Politik

Informationen über drei erkrankte Mitarbeiter im Labor von Wuhan heizen die Debatte über die Herkunft von Covid-19 erneut an. Unterfüttert wird die neue Debatte über den Ursprung des Virus dadurch, dass die Wissenschaftler kurz vor dem bestätigten Corona-Ausbruch in China mit denselben Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Experten gehen davon aus, dass eine gewöhnliche Grippe dafür höchst unwahrscheinlich sei.

US-Geheimdienst, Quelle: Shutterstock

Es sind die Erkrankungen von drei Forschern des chinesischen Wuhan Institute of Virology, die die Debatte um den Ursprung des Coronavirus wieder neu entflammen lassen. Diese wurden im November 2019 so krank, dass sie ein Krankenhaus aufsuchen mussten. Dies geht aus einem bisher unveröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes hervor, der nach eineinhalb Jahren eine umfassendere Untersuchung fordert, ob das Covid-19-Virus aus dem Labor entwichen sein könnte.

Details zu diesem brisanten Bericht sind der Inhalt eines Faktenblattes des Außenministeriums, das in den letzten Tagen der Trump-Administration herausgegeben wurde, in dem es hieß, dass mehrere Forscher im Labor, einem Zentrum für die Erforschung von Coronaviren und anderen Krankheitserregern, im Herbst 2019 erkrankten „mit Symptomen, die sowohl mit Covid-19 als auch mit einer gewöhnlichen saisonalen Krankheit übereinstimmen.“

Woher das Virus stammt, wird immer wieder diskutiert. Sehen die einen den Wildtiermarkt in Wuhan als Quelle des tödlichen Virus, machen andere das dortige Labor verantwortlich, woraus das Virus entwichen war. Der ehemalige amerikanische Präsident, der Republikaner Donald Trump-Regierung hatte immer auf die Theorie gepocht, dass die Pandemie im Wuhaner Institut begann. Demgegenüber fordert sein demokratischer Nachfolger eine objektive Äußerung zum Ursprung des Virus.

US-Regierung hatte sich nicht zu Bericht geäußert

Dass „Wall Street Journal“, das aus einem bislang noch nicht veröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes zitierte, wurde unterdessen von der chinesischen Regierung kritisiert. Es sei eine „komplette Lüge“, zitierte die chinesische Staatszeitung „Global Times“ den Chef des Wuhaner Instituts, Yuan Zhiming, am Montag.

Laut Weltgesundheitsorganisation sei es bislang unwahrscheinlich, dass das Coronavirus aus dem Labor komme. Doch endgültig vom Tisch konnte auch die WHO diese These nicht werfen. Erschwerend kommt hinzu, dass China seit dem Beginn die Zusammenarbeit verweigert. Wie die WHO betont, lieferte das Wuhan-Institut keinerlei Rohdaten, Sicherheitsprotokolle und Laboraufzeichnungen mit Coronaviren bei Fledermäusen. Vorwürfe, mit der Mission der WHO in Wuhan nicht ausreichend kooperiert zu haben, wies China jedoch zurück, schiebt die Entstehung sogar einem amerikanischen Labor auf der Militärbasis Fort Detrick in Maryland in die Schuhe und hatte die WHO aufgefordert, frühe Coronavirus-Ausbrüche in anderen Ländern zu untersuchen. Diese Theorie hält ein Großteil der Wissenschaftler jedoch für äußerst abwegig; stichhaltige Hinweise gibt es nicht.

Brisant ist die Tatsache, dass der US-Geheimdienstbericht kurz vor der Jahrestagung der WHO publik geworden ist. Zu Pfingsten war die WHO zusammengekommen, um über das weitere Vorgehen in der Ergründung des Corona-Ursprungs zu beraten.

Frank Ulrich Montgomery: WHO ist verlängerter Arm Chinas

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat die Arbeit der WHO und die Transparenz, die diese bei der Aufarbeitung des Coronavirus leistet, am Dienstag jedoch scharf kritisiert. Die WHO sei der verlängerte Arm Chinas und daher könne man nicht erwarten, dass die Weltgesundheitsorganisation ein objektives Interesse hätte, ein Labor in China als den Ursprung der Pandemie verantwortlich zu machen.

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