Es wäre inhuman, wenn Fleiß, Talent und Lebensentscheidungen keinen Unterschied mehr machten. Christian Lindner

In Kanada geht Cannabis aus

Kaum ist Cannabis in Kanada legal zu kaufen, melden die ersten Geschäfte den Ausverkauf.

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Mancher Kandadier wähnt sich im Glück. Endlich Cannabis, endlich legal. Doch die Freude währt nicht lange, denn vielerorts ist das Gras schon ausverkauft. “Sorry, Cannabis ist ausverkauft (temporär)”.

Erst seit dieser Woche kann man Cannabis legal in Kanada kaufen. Die Legalisierung übte einen wahrhaften Run auf die Verkaufsstellen aus. Die Konsumenten sind begeistert. Kanadiern ab 18 Jahren ist es danach gestattet, in autorisierten Geschäften ein Gramm Marihuana für etwa zehn kanadische Dollar (4,30 Euro) zu kaufen. Doch damit der Drogenkonsum nicht überhand nimmt, wurde der persönliche Besitz auf 30 Gramm beschränkt.

Laut DPA ist die Nachfrage gigantisch. So gaben die Einwohner der Provinz Quebec allein am ersten Tag 42.500 Bestellungen auf. Und das Unternehmen Shopify, das Software für Online-Cannabishändler in ganz Kanada anbietet, meldete, dass bereits in den ersten zwölf Stunden zehntausende Bestellungen aufgegeben worden seien. Händler verzeichneten hundert Transaktionen pro Minute.

Doch die Legalisierung wird nicht überall positiv bewertet. Insbesondere Ärzte und Gesundheitsorganisationen warnen nicht nur in Kanada vor mehr abhängigen Jugendlichen und einem erhöhtem Gesundheitsrisiko. In Deutschland ist Cannabis weiterhin verboten, eine Legalisierung ist in nächster Zeit auch nicht zu erwarten, wie die Drogenbeauftrage der Bundesregierung Marlene Mortler jüngst bekräftigte. Allein für „Gelegenheitskiffer“ und für Menschen, die Cannabis aus medizinischen Gründen einnehmen müssen, besteht in der Bundesrepublik eine Ausnahme.

Am 18. Oktober wurde der alljährliche Drogenbericht veröffentlicht. Die Drogenbeauftragten warnen vor E-Zigaretten und Wasserpfeifen, denn immer mehr jugendliche und erwachsene Raucher greifen als Alternativen auf die E-Zigarette zurück. Wie gefährlich diese jedoch sei, ist umstritten, Langzeituntersuchungen liegen nicht vor.

Aber wenn es kein Gras mehr in Kanada zu kaufen gibt, dann bleibt auch dort die E-Zigarette eine Alternative.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Michael Grossman, Edgardo Buscaglia, Vicente Fox.

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