Weiß-blauer Islam

von Martin Neumeyer21.03.2011Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Unser negatives Islamverständnis erschwert die Integration der Menschen muslimischen Glaubens. Integrationshindernisse wie mangelnde Sprachkenntnisse und Bildung müssen beseitigt werden. Hier kann nur eine Doppelstrategie zum Erfolg führen.

Wie ist unser Verhältnis zum Islam in Deutschland? Gibt es überhaupt einen deutschen Islam? Irgendwie ist diese Religion in Deutschland und Europa ein Reizthema. Es gab die Volksabstimmung in der Schweiz um den Moscheebau, die zu Reaktionen in ganz Europa geführt hat. Die Sorge vor dem Islam prägte die Stimmung. “Das Verhältnis zum Islam ist von Misstönen geprägt, nicht nur in Bayern oder Deutschland, sondern in ganz Europa(Link)”:http://www.theeuropean.de/christian-boehme/6009-integrationspolitik-der-csu. Doch warum ist das so und wie kann man das verändern? Schließlich leben in Deutschland mehr als vier Millionen Muslime. Allein in Bayern gehören mehr als eine halbe Million Menschen dieser Glaubensgemeinschaft an.

Nur eine Doppelstrategie kann zum Erfolg führen

Bis zum 11. September 2001 waren die Muslime – in Bayern sind das zu 80 Prozent Menschen mit türkischen Wurzeln – eine Einwanderergruppe von vielen. Sie hoben sich nicht durch besondere Integrationsleistungen hervor, wie es beispielsweise bei den Menschen aus Asien oder Osteuropa der Fall war und ist, aber das Bild war auch nicht exponentiell negativ geprägt. Mit den Anschlägen von New York und Washington änderte sich das schlagartig. Würde man heutzutage ein Brainstorming machen, was Otto Normalverbraucher zu Muslimen einfällt, würde man Begriffe hören, wie „Islamismus“, „Terror“ und „Konvertiten“. Das sind alles sehr negativ belastete Wörter mit einer hohen Symbolkraft. Das erschwert die Integration der Menschen muslimischen Glaubens ungemein. Wenn dann noch Integrationshindernisse hinzukommen, wie Bildungsferne, mangelnde Sprachkenntnisse und bereits verfestigte Gesellschaftsstrukturen, dann wird die Integration dieser Gruppe in unsere Gesellschaft zu einem enormen Kraftakt für alle Seiten. Natürlich gibt es auch Muslime, die sehr gut integriert sind, unsere Sprache sprechen und auch hoch qualifiziert sind. Nur ist das leider bei der Mehrheit von ihnen nicht der Fall. Die meisten schneiden bei den Integrationsfaktoren Bildung, Sprache und gesellschaftliche Interaktion mit der einheimischen Bevölkerung (binationale Ehen oder Engagement in multiethnischen Vereinen) schlechter ab als andere Zuwanderergruppen. Diese Probleme muss man angehen und lösen. Meiner Ansicht nach kann hier nur eine Doppelstrategie zum Erfolg führen.

Bayern erzielt bessere Ergebnisse als andere Bundesländer

Zum einen müssen wir unsere Integrationsprogramme und Projekte weiter ausbauen und verbessern. Bayern erzielt hier durchaus bessere Ergebnisse als andere Bundesländer, wenn wir uns beispielsweise die Integration in den Arbeitsmarkt anschauen. Die konkrete Integrationspolitik im Freistaat ist erfolgreich und innovativ. Zum anderen müssen wir aber auch die öffentliche Debatte zur Integration und zum Zusammenleben mit den Muslimen in Bayern und Deutschland in die Mitte der Gesellschaft tragen – tabufrei, offen und ehrlich. Was hat uns denn die “Sarrazin-Debatte(Link)”:http://www.theeuropean.de/debatte/4157-thilo-sarrazin gelehrt? Unsere Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen. Sie sehen die Bilder von Selbstmordattentätern, deutschen Konvertiten und Anschlägen im Fernsehen und fürchten, dass das auch in ihrer Nachbarschaft passieren könnte. “Sie sehen neu gebaute Moscheen in ihrer Stadt und befürchten einen Verlust der eigenen Kultur und Identität(Link)”:http://www.theeuropean.de/marc-roehlig/5952-die-neue-islam-debatte. Hier müssen wir ansetzen und die einheimische und zugewanderte Bevölkerung in die Diskussion, wie wir uns unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft in der Zukunft vorstellen und wünschen, mit einbeziehen. Die Deutsche Islamkonferenz ist hier ein gutes Beispiel. Genau so ein Dialog muss aber auch im Kleinen vor Ort stattfinden.

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